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- - - - D i e s e   W o c h e - - - -

02.10.2000, Mo. Bevor ich nach Duisburg zurückfahre, bin ich noch nach Dillingen. Ich brauche noch einen Elektroradierer. "Hobby kreativ" hat eine erbärmliche Materialwirtschaft. Elektroradierer da, aber alle Einsätze aus den Packungen rausverkauft. Egal, in zwei Wochen komme ich ja wieder, da muß die eine Spitze reichen.
Ob sie noch eine Pistole mit 0.2 mm Durchmesser haben? Klar. Ausgepackt, auseinandergebaut. Da hat dann wohl noch jemand die Düse aus der Pistole herausverkauft und es war keine mehr im Haus. Dann in zwei Wochen, wenn ich wieder im Saarland bin...
12:30 ist die offizielle Abfahrtszeit des Zuges in Saarlouis. Verspätung um 8 Minuten. Den ganzen Tag hat es nicht geregnet. Aber von 12:31 bis 12:38. Bis Koblenz hat der Zug seine Verspätung auf 13 Minuten aufgebaut. Dort wechselte das Zugteam und es passierte etwas, was ich bei der Bahn noch nie erlebt habe. Bis Düsseldorf war die Verspätung komplett aufgeholt. Ich habe sogar direkt die S-Bahn bekommen, die ich nach Rahm brauchte.
Und dann erst mal abgearbeitet, was so über das Wochenende angelaufen ist:
Fax, Post, 450 Mails. Gute Nacht.
03.10.2000, Di. Fast hätte ich vergessen, daß heute Feiertag ist. Falsch. Ich *habe* es vergessen. Also setzte ich mich ins Auto, um Lebensmittel einzukaufen und auf der Fahrt dachte ich noch "Zufall? In dem Jahr (und der Woche), an dem sich deutsche Wiedervereinigung (Wiedervereinheitlichung) jährt, da feiert der real,- 35 jähriges Jubiläum, Accourd 30jähriges und Markant ist auch irgendwo mit einer runden Zahl dabei." Dabei erinnere ich mich nicht, daß ich diese Markennamen vor 10 Jahren schon gekannt hätte...
Jedenfalls komme ich an den real,- und merke, daß der Parkplatz leer ist - und das Geschäft geschlossen. Hä? Achso. Habe mich schon über die vielen Fahrradfahrer und Jogger, die vor meinem Kühlergrill vorbeihuschen, gewundert. Ich bin dann noch ein wenig durch die Gegend gefahren und habe mir den Rest des Tages mit Fernsehen beschäftigt.
04.10.2000, Mi. Scheiße. Börse. Verloren. Jetzt sind endgültig alle Gewinne hin und ich operiere für dieses Jahr zum ersten Mal im Minus. Und das deutlich. Andererseits hoffe ich nicht, daß das noch weitergeht. Andererseits wird es wohl so sein. Die Märkte gehen auf Tauchstation.
Einkaufen habe ich heute nachgeholt - neben Lebensmitteln kamen dann noch ein CD-Turm und mehrere Aktenordner hinzu. Ihr wisst, was das bedeutet: in mir steigt ein Aufräumfimmel auf. Die CDs sind schon einsortiert.
05.10.2000, Do. War was? Kann mich nicht erinnern. Den ganzen Tag über gesurft. Ohne Maß.
06.10.2000, Fr.
Heute habe ich meinen Scanner wieder richtig angeschlossen. Links seht Ihr meinen ultimativen "Scannerschärfetest" (denn dpi ist nicht alles!) - die Mikroschrift auf einem Hundert-Mark-Schein. Der UMAX Astra 1200S war ausgezeichnet und ist es immer noch. Warum habe ich das gemacht? Ich habe meine Unterlagen für Bewerbungen eingescannt, um sie online zu stellen. Keine Chance. Mit Passwort geschützt.
Und weil der Scanner an einem zweiten PC hängt und der somit gerade angeschaltet ist und weil ein Netzwerkkabel zwischen hier und da hängt, habe ich dann noch ein paar Daten sortiert.
07.10.2000, Sa. "Wenn Du eine Lösung suchst, mache einen Witz daraus" ist die Conclusio des heutigen Tages. Man geht mit einer grundsätzlich positiven Erwartung an einen neuen Tag heran, insbesondere, wenn es ein Samstag ist. Spät aufstehen, frisch einkaufen, gut frühstücken und extrem couching.
Das mit dem spät aufstehen hat geklappt. Verdächtig wurde es in der Tiefgarage, als ich mein Auto aufsperrte und anstatt der Zentralverriegelung das Schloss rein mechanisch funktionierte. Schlüssel ins Zündschloß und umgedreht. Nichts. Kein Lichtchen leuchtete, kein Radio spielt, kein Motor geht an. Toll, Batterie leer.
Ich wartete und fragte jeden, der in die Garage hineinkommt, ob er ein Starterkabel hätte. Natürlich nicht, ich hatte ja selbst keines. Ich schob mein Auto aus Langeweile ein bißchen hin und her, aber das brachte auch nichts. Nach dem fünften Garagenbenutzer, der mir bestätigte, daß er mir gerne Batteriestrom geben wolle, aber kein Kabel hätte, langte es mir. Ich habe mein Auto zurück in meine Parkbucht geschoben und bin wieder in die Wohnung zurück, habe mein Fahrrad geholt und bin zur nächsten Tankstelle, um mir das Starterkabel zu besorgen.
Ich nahm mir also ein ein Starterkabel, ausgezeichnet mit 29,95. An der Kasse hatte es plötzlich einen Wert von 34,95 (das ist in dieser Tankstelle nicht zum ersten Mal passiert, deswegen glaube ich nicht mehr an ein "Versehen") und das Mädchen konnte da nichts machen - was mich aber nicht davon abhielt, ein bißchen zu stänkern und die Schlange hinter mir länger werden zu lassen (mir muß es ja nicht peinlich sein). 
Ok, dann habe ich es doch gekauft (hätte ich nicht tun sollen, aber in dem Moment war mir die eigene Faulheit wichtiger als Unehrlichkeit eines anderen).  Muß der Herr Graf dann mal sehen, wie er das in den Griff bekommt.

Ich fuhr also mit dem Rad zurück und fand schon relativ schnell jemanden, der mir Batteriestrom spendete. Somit fand ich auch den Verursacher meiner Batterieschwäche: mein Auto hat zusätzlich zur normalen Innenraumbeleuchtung Halogenleselampen, eine hatte ich Mittwoch abend angelassen, als ich mein Auto nach der Zulassung durchsuchte. Ich habe schon meine Wohnung durchsucht, Wertkassette, meine Koffer, jede Menge Papier, wo sie dazwischen liegen könnte.
Jedenfalls fuhr ich anschließend etwas durch die Gegend, um die Batterie aufzuladen. Da habe ich mir vorgestellt, was passiert, wenn ich jetzt von der Polizei angehalten werde. "Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte". Ich würde wohl anfangen zu lachen, da die fehlenden Fahrzeugpapiere und die Frage danach in einem kausalen Zusammenhang stehen. Würde der Polizist mir glauben?
Witzig genug, aber wodurch könnte man das noch toppen, dachte ich mir. Hmm, indem mir in dem Moment der Fahrzeugkontrolle einfällt, wo die Zulassung liegt. Jetzt lachte ich dann wirklich lauthals los, weil mir einfiel, wo die Zulassung liegt. Dort habe ich nach dem Einkaufen direkt nachgesehen. Und dort war sie.
Paradoxon? Hätte ich die Zulassung schon vor letztem Mittwoch gefunden, dann hätte ich sie am Samstag nicht gefunden. Oder konnte ich sie Samstag nur deswegen finden, weil ich sie am Mittwoch nicht gefunden habe? Hahahaha... 
Es hängt vom Blickwinkel ab, ob es sich um Alltag oder um eine Geschichte handelt.

09.10.2000, So. Lang gepennt, gut gefrühstückt, außerdem Sonntag. Zum Ausruhen erfunden, siehe Bibel.
Am späten Nachmittag habe ich ein wenig an den Bewerbungsunterlagen gefeilt, die ich für Bewerbung per Mail verwenden möchte. Textkorrekturen, Links ins Web gesetzt und so weiter.
Dann bin ich baden und habe mir Kartoffelpuffer zubereitet (umgekehrt wäre vom geruchlichen Standpunkt wahrscheinlich sinnvoller, aber so war es halt). "Man in Black" lief im TV. Damit genügt es für heute. Dachte ich mir so :-)
Wie der Zufall es will, habe ich eine Mail bezüglich AbiCheck erhalten - von einem, der damals mitentwickelt hat. Er möchte das Programm für seinen Sohn gerne noch einmal haben. Jetzt wurde der Abend plötzlich stressig. Auf meiner zweiten Festplatte in meinem Hauptrechner sollten eigentlich meine alten Pascal-Quellcodes liegen, aber das komplette Verzeichnis ist nicht mehr da. Da diese Platte (bevor ich den PC umgerüstet habe) ständig unter Speichermangel litt, hatte ich das Verzeichnis vermutlich auf einen anderen PC verschoben. Aber auf dem PC, den ich dafür normalerweise benutze, war auch kein Pascal-Verzeichnis mehr drauf. Verdammt. Blieb als Alternative noch die Syquest Wechselmedien (war früher das, was heute ein IOmega Zip ist, nur wesentlich schneller und stabiler und größer). Also das Syquest-Laufwerk wieder eingebaut. SCSI ist genial, sofort gefunden und funktionsfähig. Ich hab das gemacht, ohne den PC auszuschalten. HA, IDE (oder ATA oder U-DMA100) primitiv.
Alle Medien habe ich durchgesehen - NICHTS!
Jetzt kam ich schon ins Schwitzen. Sollte ich die Dateien verschoben und dann vom zweiten PC gelöscht haben, weil ich dachte, sie wären noch auf meinem Hauptrechner?
Letzte Möglichkeit - ich habe noch einen Rechner (ein alter P90), den ich ab und zu im Netzwerk hängen habe. Und gott-sei-dank... eingeschaltet und die Verzeichnisse waren dort.
Jetzt mache ich mir schon Gedanken darüber, wie ich in Zukunft Backups anfertige... aber wie macht man das für verträgliches Geld mit 60 Gigabyte. 100 CD's? 15 4GB DAT-Bänder? Wahnsinn...
Zurück zu AbiCheck...  als ich dann im Bett lag, kam mir der Gedanke, AbiCheck fürs Web aufzubereiten. Das sollte nicht besonders schwer sein, die Hauptarbeit damals war das Benutzerinterface. unter DOS musste man noch alles selbst machen - sogar die Grafiken programmieren (ha, malen? Vergiß es!). Bliebe nur die Datenbank (die im ASCII-Format vorliegt) anzupassen und den Auswertungsalgorithmus neu zu programmieren. Scheiße, das könnte sogar richtig einfach werden, etwas Fingerübungen in PHP...
Jetzt bin ich so aufgeregt, daß ich nicht einschlafen kann. Setzte ich mich halt vor den PC und schreibe noch ein bißchen. Wenn jetzt wirre Zeichen kommen, bin ich mit dem Kopf auf die Tastatur geknallt, als ich eingeschlafen bin...fjklöadögafdgderajiojioooo zZz ZzZ zZz ZzZ.

 

- - - - N ä c h s t e   W o c h e - - - -

09.10.-15.10.2000