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- - - - 15.01.2001- 31.12.2001 - - - -

früher 2000 
Januar     15.01.-21.01.2001 22.01.-28.01.2001 28.01.-31.01.2001  
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März 01.03.-04.03.2001 05.03.-11.03.2001 12.03.-18.03.2001 19.03.-25.03.2001 26.03.-31.03.2001  
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Dezember 02.12.-02.12.2001 03.12.-09.12.2001 10.12.-16.12.2001 17.12.-23.12.2001 24.12.-30.12.2001 31.12.-31.12.2001
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I

 

- - - - D i e s e   W o c h e - - - -

10.09.2001, Mo. Soviele Autos konnte es in diesem Landkreis doch nicht geben! Insgesamt drei Stunden suchte ich nach "meinem Wunschkennzeichen" aber aus hunderten Versuchen waren sechs schlechte Alternativen herausgekommen. Was hatte das denn mit  "Wunsch" zu tun? Jede halbwegs vernünftige Kombination mit irgendwelchen Zahlen, Daten, Abkürzungen u.s.w. war tatsächlich vergeben, selbst in den extremsten Bereichen, die eigentlich nur mit Insiderwissen aufzuschlüsseln wären. Und das, was ich fand, mochte ich nicht. Nächste Runde!
Die Börse war heute wieder beschissen dran (eigentlich falsch: ich war beschissen dran). Das brachte alles nichts. Ich werde nichts mehr tun, nur noch warten. Wenn ich mir vorstellte, wie hoch der Stapel mit den Hundertern wäre, die ich vernichtet hatte, wurde mir richtig übel. Sechs ganze Zentimeter.
Irgendwie ein Hohn, daß gerade jetzt meine Postfächer von spam geflutet wurden, die mir allesamt entweder unendlichen Sex, 200 Millionen E-Mail-Adressen oder Reichtum versprachen, wenn ich mich nur entschließen würde, die Webseite anzuklicken. Ich hasste diese Leute. 50% dieser Mails waren schon gelogen, wenn drin stand, ich hätte sie nur bekommen, weil ich mich in einer Liste eingetragen hätte. Und da sollte der Rest auch stimmen? Warum bekamen es diese depperten Postmaster nicht auf die Reihe, ihre offenen SMTP's zu schließen? Weils so einfacher zu konfigurieren war?
Brasilianische, russische, kroatische oder japanische Mailserver... so langsam bekam ich Lust, die Postmaster dieses Servers mit ihren eigenen SMTPs zu spammen. So richtig dicht zu machen. Von postmaster@bi.teagu.ac.kr an postmaster@bi.teagu.ac.kr, um nur mal ein Beispiel zu nennen. 
Eine solche Mail war msg-id <200109061941.EAA166360@bi.teagu.ac.kr>, die mir den Tag versaute. Wer war das größere Arschloch? Der Spammer, der einen offenen Server ausnutzte oder der Administrator, der das zuließ. Der Dümmere war auf jeden Fall der Administrator.
Und überhaupt - was um alles in der Welt machte die spam-Mail rentabel? Gab es tatsächlich Leute, die auf solche obskuren Angebote eingingen? Diese Mail versauten uns nicht die Bandbreite, aber mir eindeutig den Tag, seit einige meiner hochheiligen E-Mailadressen, auf denen bis zum 22.08.2001 nur eine verirrte Mail pro Monat eintraf, jetzt mehrmals in der Woche belästigt wurde.
Von meinen AOL-Adressen ganz zu schweigen.
Antworten ging auch nicht, weil die meisten Adressen gefaked sind. Das lächerliche "Remove" ist ebenfalls ein Hohn. Der härteste Fall war, als der Link auf eine Webseite führte, die mir sagte "You're removed from list", aber es sind keinerlei Daten übertragen worden, die mich irgendwie identifiziert hätten. Es war einfach nur eine HTML-Text mit dieser Nachricht - thats all.
11.09.2001, Di. Es gibt Tage, die laufen einfach seltsam. Heute morgen putzte ich meine Schuhe und polierte sie extra glänzend, damit sie nicht schäbig aussahen, wenn ich meinen neuen, schwarzen Anzug trug. Diesen zog ich nämlich heute an und ich mochte ihn, weil er aus dem besten und schwersten Stoff bestand, den ich kannte. Beim Aufbügeln dachte ich noch, selbst wenn es diesen Stoff nur in schwarz geben sollte, ich werde mir noch ein paar davon anfertigen lassen.
Gleichzeitig dachte ich noch, warum ich plötzlich schwarz tragen möchte. Es gab doch nichts zu trauern.
Auf der Arbeit sprang ich von einem Meeting zum anderen, business as usual. Als ich mich nach 15:00 Uhr in ein anderes Meeting begab war es seltsam still im Büro. Kaum Bewegung auf den Gängen. Im Meeting bekam ich eine kurze Information, daß ein Flugzeug ins World Trade Center gerast sei und dieses brenne. Eine Katastrophe, sicherlich schlimm, aber nur ein Unglücksfall. Nach dem Meeting wollte ich mir die Informationen holen und brach fast zusammen, als ich die komplette Meldung las: beide Türme des World Trade Centers von jeweils einem Flugzeug getroffen. Einer bereits eingestürzt. Die beiden Maschinen wahrscheinlich entführt. Ein anderes Flugzeug über dem Pentagon abgestürzt. Explosion in Washington. Terrorismus.
Ich war schon entsetzt, daß die Anschläge auf die Botschaften in Afrika 240 Menschenleben forderten und ich fand das schon sehr schlimm. Aber diese neue Dimension überfordert mich. Ich habe schon Schwierigkeiten damit, wenn jemand so stark hasst, daß er einem den Tod wünscht. Ich kann nicht begreifen, wie jemand so stark hassen kann, daß er jemanden faktisch tötet. Und nun kann ich mir gar nicht vorstellen, wie ein Mensch einen Plan entwickeln kann, vier (oder sogar noch mehr) Verkehrsmaschinen entführen zu lassen und mit diesen Maschinen als Waffe noch das Vielfache an Personen zu töten. Man rechnet mit Tausenden von Toten. Es ist ein Grundprinzip des Terrorismus, daß er gezielt auch zivile Personen in sein Szenario mit einkalkuliert. Er ist darauf angewiesen. Ich persönlich wäre nicht weniger getroffen, wenn nur eine Maschine vom Himmel gefallen wäre. Wahrlich entsetzt wäre ich, wenn es vier gewesen wären. Aber diese Planung... dahinter stehen langfristige Strategien, eine ausgefeilte Logistik und sorgfältigste Vorbereitung - und viele handelnde Personen.
Ich persönlich glaube nicht, daß auch nur eine Maschine von ihren ursprünglichen Piloten geflogen wurde. Ich bin überzeugt davon, jeder einzelne von diesen hätte die Maschine bei Kenntnis der finalen Ziele unmittelbar abstürzen lassen. Haben die menschlichen Passagiere in den Flugzeugen überhaupt noch gelebt, als es zu den Katastrophen kam? Wußten sie davon, mußten sie mit ansehen, wie sie in die Bürogebäude gesteuert wurden?
Ich habe Angst vor den Dingen, die heute ausgelöst wurden. Wie sieht die nächste Eskalationsstufe aus? Die Amerikaner müssen etwas tun und werden den ersten angreifen, der seinen Kopf zeigt. Daß dabei nicht gerecht vorgegangen wird,  davon bin ich überzeugt. Außerdem traue ich Präsident Bush keine hinreichend intelligente Lösung zu. Wenn die Reaktion im selben Verhältnis heftiger wird, wie nach dem Lockerbie Anschlag oder den Angriffen auf die Botschaften, dann werden auf der Gegenseite sehr viele unbeteiligte Personen ihr Leben verlieren. Und wie sieht die Reaktion darauf aus? Das Thema heißt hier Eskalation und womit möchte man den Anschlag auf das World Trade Center toppen?
Ist der Anschlag mit einer nuklearen Waffe tatsächlich noch furchtbarer? Ist er denn denkbar? Was ist mit biologischen Kampfstoffen? Wen kümmert es, ob diese kontrollierbar sind oder nicht, wenn ein Attentäter sowieso mit seinem eigenen Tod rechnet? Wen interessiert der Zustand der Welt, wenn das Ziel das Glück im Himmelreich ist?
Heute werden Entscheidungen getroffen. Es wird abgewägt werden, wie wichtig Freiheit und Leben ist und inwiefern man das eine einschränken kann, um das andere zu garantieren. Die Amerikaner werden aufrüsten. Der Raketenschild wird etabliert werden. Die Amerikaner werden heftigst in Konflikte eingreifen oder sich vom Rest der Welt isolieren. Sie werden sich vermehrt Feinde schaffen oder keine Berührungspunkte mit Feinden aufkommen lassen. Ich mag mir nicht vorstellen, wie das Ergebnis aussehen kann. Eines ist sicher: es wird sich viel verändern.
Ich trauere mit den Menschen, die heute ihr Leben aufgrund eines fanatischen Hasses verloren haben. Ich trauere um die Menschen, denen das aufgrund der heutigen Ereignisse passieren wird. 
Mein Mitgefühl gehört denen, die heute Angehörige und Freunde verloren haben. Ich wünsche mir, daß gerade jetzt mit äußerer Besonnenheit gehandelt wird.
12.09.2001, Mi. Heute trug ich noch einmal meinen schwarzen Anzug - normalerweise trage ich denselben Anzug nicht zweimal hintereinander, aber ich dachte, das müßte heute so sein. Dunkelgraues Hemd und silbergraue Kravatte.
Ich schlief nicht gut. Gestern hatte ich bis spät in die Nacht die Berichterstattung verfolgt, wurde kurz vor Mitternacht nochmals heftig nervös, als von Explosionen in Kabul berichtet wurde, welche aber nicht auf amerikanischer Vergeltung zurückzuführen waren, wie sich kurz später zeigte.
Nachdem ich heute auf der Arbeit viele geschäftliche Gespräche geführt hatte, richtete ich meinen kleinen Intranet Server so ein, daß er völlig autonom laufen konnte und selbst im Falle eines Shutdown alle Services beim Hochfahren Vollständig zur Verfügung stellte. Das war nicht ganz einfach, aber schließlich knobelte ich das heraus und es war eine gute Ablenkung. Abschließend schaltete ich andere Services aus, die unnötig waren und schwupps... beim testweisen hoch- und herunterfahren (nach 26 Tagen störungsfreien Betriebes - Mann, ist das tatsächlich schon so lange her?) waren plötzlich Systemressourcen ohne Ende frei und alle Services liefen trotzdem... was so ein bißchen Rumgefummel doch ausmachte? Über 900 MByte Hauptspeicher blieben frei.
Jetzt mußte ich unserer PC Technik nur noch einen Account erstellen, damit die Kiste auch in meiner Abwesenheit gezielt heruntergefahren werden konnte, außerdem Notfall- und Eskalationsprozeduren und ich mußte noch eine Serverdokumentation erstellen. Hatte ich zwar schon alles irgendwo, aber ich möchte niemanden zumuten, meine Handschrift zu entziffern.
Als ich nach Hause ging, schaltete ich nochmals durch alle Kanäle, um auf dem laufenden zu bleiben. Es wurde wieder Werbung gezeigt, Normalität (im relativen Rahmen) kehrte ein und es gab einige Hintergrundberichte, die den islamischen Hintergrund etwas beleuchteten. Das fand ich sehr interessant, weil diese Dokumentation nicht wertend, nicht einseitig und nicht marktschreierisch oder provokant aufgemacht war. Ich verstehe jetzt eher die Wurzeln.
Trotzdem. Was werden wir in Zukunft als "schrecklich" bezeichnen? Ich fürchte mich vor dem Moment, indem über einen terroristischen Anschlag mit 500 Toten berichtet wird und wir uns an diese Dimension gewöhnt haben. Ich fürchte mich vor dem Moment, wo jemand anderes (oder derselbe) meint, wir sollten wieder den wahren Schrecken verspüren...
Die Versicherungsgesellschaften bezifferten den Schaden auf ca. 80 Milliarden DM. Dieser Schaden war innerhalb von drei Stunden entstanden. Wieviele Staaten gab es auf der Welt, die eine solche Summe als Haushalt aufwiesen? Vielleicht 25, 30? Unsummen.
Was wird an der Stelle geschehen, wo vorgestern um diese Zeit das World Trade Center stand? Wird man ein neues Hochhaus bauen? So wie ich die Amerikaner kenne, sicherlich. Etwas gewaltiges, gerade zum Trotz. Als Rahmen für ein dickes, ebenfalls gewaltiges, pathetisches Mahnmal. Welche Firmen werden sich in diesem Gebäude ansiedeln? Was werden deren Mitarbeiter fühlen, wenn sie zum ersten Mal ihren Arbeitsplatz betreten? Was werden die Bauarbeiter denken, die das neue Gebäude errichten werden?
In meinem seltsamen, ethischen Grundsätzen dürfte die Stelle nicht mehr bebaut werden. Der Schutt sollte weggeschafft werden, die Toten geborgen werden. Beide Stümpfe des World Trade Center sollten statisch abgesichert und konserviert werden. Die Amerika-typische Marmortafel mit den Namen der Opfer. Vielleicht noch eine Ehrenwache. Und nichts weiter.
13.09.2001, Do. In Ergänzung zu gestern: eine Glaskuppel oder -Quader noch drüber, dann wäre es wirklich eine gute Lösung.
Nach einem befriedigenden Tag auf der Arbeit fuhr ich schnell bei McDonalds vorbei und merkte erst zuhause, daß sie vergessen hatten, meinen Salat einzupacken. Ärger. Ok, ich war auch schon mit dem Rest satt, aber bezahlt war bezahlt. Da werde ich wohl reklamieren müssen. Morgen wird es nicht gehen, weil ich morgen ins Saarland fahren werde. Oder sollte ich etwa vor der Arbeit noch dort vorbei?
14.09.2001, Fr. Ich vergaß es natürlich. Also fuhr ich nur einfach so zur Arbeit. Um 12:00 Uhr kamen die Kollegen vom PC Support, um meinem Server in den Serverraum zu bringen. Als ich den Rechner ausschaltete, war das sehr befremdlich. Absolute Stille am Arbeitsplatz. Irgendwie fehlte mir das Geräusch von riesigen Lüftern. Naja, ich ließ einen Dauerping auf meinen Rechner laufen, um zu wissen, wann dieser wieder funktionsfähig war... und war höchst erstaunt, als mir jemand vom PC Support um 14:30 sagte, daß der Rechner jetzt liefe und keine Response lieferte.
Höchst verdächtig. Also gingen wir gemeinsam in den Serverraum. An der Konsole war alles in Ordnung - der Rechner war oben, alle Prozesse liefen.
Einer der Kollegen sagte, daß das Lämpchen am Hub nicht brannte - keine Daten. Das Link-Licht an der Netzwerkkarte ebenso nicht. Wir konnten den Rechner noch aufschrauben, da er alleine in einem Rack hing und drückten die Karte fest hinein - nichts. Wir änderten den Slot - nichts. Nebenbei, das waren alles Anregungen von den anderen. Ich war überzeugt, daß es am Rechner nicht lag. Schließlich konnte ich sie dazu überreden, ein anderes Netzwerkkabel auszuprobieren. Da immer noch nichts kam, konnten die beiden sich ein triumphierendes Grinsen nicht verkneifen, zumal ich aufgrund des Verkehrs um 15 Uhr losfahren wollte und diese wußten das! Nach weiteren unnützen Vorschlägen sagte ich, daß ich jetzt das Netzwerkkabel holen gehe, mit dem der Rechner 26 Tage ohne Fehler lief. Abwinken - die Karte wäre bestimmt kaputt, das könne ich mir sparen. Aber ich hatte nicht 13 Jahre Hardware- troubleshooting hinter mir, um mich mit so einer Aussage zufrieden zu geben.
Also ging ich in mein Büro und holte das Kabel trotzdem (wahrscheinlich zogen die Kerle hinter meinen Rücken häßliche Grimassen). Kollege steckte das Kabel in den Hub. Ich steckte das andere Ende in die Netzwerkkarte. Weihnachten. Alle Lämpchen leuchteten sofort auf, der Rechner antwortete auf alle Pings und ich lächelte nur leicht. Strike.
Kam ich doch fast pünktlich raus, 15:20. Fast war das aber schon zu spät, es war schon ziemlich Betrieb auf den Autobahnen.
15.09.2001, Sa. Das erste, was ich heute tat: nach Saarlouis gefahren und eingekauft. Es kam aber nicht besonders viel zusammen, weil bei mir wieder Ebbe in der Kasse war und noch diesen Monat bei mir eine Ausgabesperre in Kraft treten wird.
Trotzdem waren zwei neue Hemden, Unterwäsche und Strümpfe im Etat. Dann mußte ich noch die Zwangsmitgliedschaft in der IHK bezahlen (was mich jedesmal ärgerte) und ich sah auf meinem Kontoauszug, daß die Bahncard abgebucht wurde. Weil ich vergessen hatte, die Bahncard zu kündigen, war ich gerade wieder 510 DM los. Dazu die verbrecherischen Aufschläge auf die Kraftfahrzeugsteuer für Euro-1 Norm und somit hat mich Transport und Verkehr glatte 1000 DM diesen Monat gekostet. Geld ist nicht alles, aber alle. War schon seltsam... da verdiente ich Jahr für Jahr mehr Geld und es blieb immer noch nichts übrig...
Als ich vom einkaufen zurück kam, griff ich mir Spaten, Hacke, Schaufel, Axt u.s.w. und half bei der Renovierung unsers Vorgartens. Meine Aufgabe war, einen Baumstumpf einer Kiefer zu entfernen. Zwei Stunden brauchte ich, das Ding war die reinste Katastrophe, so fest war es verwurzelt. Hatte ich das verdient? Warum suchte ich mir einen Job aus, indem ich mit dem Kopf arbeiten mußte, wenn ich jetzt doch mit meinen Händen in den Dreck dieses Planeten griff? Ok, das war jetzt aber sehr pathetisch, nicht war? Fluchen hätte es auch getan...
Abends ging ich dann mit Arno fort (HAALLO! HAST DU DIE BUCHBESPRECHUNGEN INZWISCHEN GEFUNDEN? WENN NICHT: HIER!) und wir verzogen uns zuerst in die Kasematten (Erklärung: Saarlouis ist eine ehemalige Festungsstadt und in einem Abschnitt des ehemaligen Festungsringes sind kleine Kneipen und Restaurants untergebracht), dann kurvten wir durch die Altstadt und gingen schließlich ins Kino. A.I. Der Film überraschte mich schon etwas. Die Werbung wird ihm nicht gerecht und man sah ihm an, daß Stanley Kubrik einen unvollendeten Vorläufer gedreht hatte und Spielberg diverse Anregungen offensichtlich übernahm. Eine großartige Parabel. Unbedingt sehenswert. Ich gebe zu, mir wäre lieber, Kubrik hätte seine Variante vollendet, aber man kann eben nicht alles haben.
Um 01:30 war ich wieder zuhause und sehr, sehr müde.
16.09.2001, So. Toll. Immer wenn ich dachte, ich könnte Schlaf gebrauchen, werde ich früher wach als geplant. Um 10:00 Uhr trieb es mich aus dem Bett (wach war ich schon früher, mein Rücken, meine Beine schmerzten), ging frühstücken und legte mich mit der Süddeutschen auf die Couch. Das war anscheinend die richtige Kombination, weil ich dort bis 12:30 schlief. Und ganz seltsam träumte. Irgendetwas mit Russen und Amerikanern in Schützengräben, die aber allesamt blind waren. Eigentlich kämpften sie gegeneinander, die Amerikaner war in ihrer Stellung und die Russen näherten sich, wußten aber offensichtlich nicht, daß die Gegend besetzt war. Also vergruben sie sich in dieselben Schützengräben und beide zielten in dieselbe Richtung und warteten aufeinander. Als sich irgendwo ein Schuß löste, schossen sie wild drauf los (natürlich ohne etwas zu treffen) und stellten schließlich durch gegenseitiges Abtasten fest, daß da offensichtlich etwas durcheinander gegangen war... dann kamen noch diverse einzelne Szenen (auch visuell sehr reizvolle, atemberaubende Landschaften) und schließlich war Mittagessen (im realen Leben (soweit ich es beurteilen konnte)).
Um 18:30 fuhr ich nach Schwalbach zurück, kam nach beschissener Fahrt durch den Regen zwei Stunden später zuhause an, las Mail und ... das war diese Woche gewesen. Trotz meinen Beschreibungen, gab es im wesentlichen doch nur das Gesprächsthema vom 11.09.2001, wenn zwei Personen sich unterhielten. Ich war mir immer noch nicht sicher, was die beste Lösung war, aber "pure Vergeltung" durfte es nicht sein. Die Israelis vergelteten jetzt schon seit geraumer Zeit jede Aktion mit Gewalt und das führte nur dazu, daß die Terroristen ihr Ziel globalisierten. Ich hatte dazu ein paar halbgare Gedanken im Kopf herumschweben, aber dies enthielt Elemente, die zweifelsfrei mehr Mut erforderten, als ein Krieg erfordern würde...


- - - - N ä c h s t e   W o c h e - - - -

17.09.-23.09.2001