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I
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- - - - D
i e s e W o c h e - - - - |
| 10.09.2001,
Mo. |
Soviele Autos konnte es in diesem Landkreis doch nicht geben!
Insgesamt drei Stunden suchte ich nach "meinem Wunschkennzeichen" aber
aus hunderten Versuchen waren sechs schlechte Alternativen herausgekommen. Was
hatte das denn mit "Wunsch" zu tun? Jede halbwegs vernünftige
Kombination mit irgendwelchen Zahlen, Daten, Abkürzungen u.s.w. war
tatsächlich vergeben, selbst in den extremsten Bereichen, die eigentlich nur
mit Insiderwissen aufzuschlüsseln wären. Und das, was ich fand, mochte ich
nicht. Nächste Runde!
Die Börse war heute wieder beschissen dran (eigentlich falsch: ich war
beschissen dran). Das brachte alles nichts. Ich werde nichts mehr tun, nur noch
warten. Wenn ich mir vorstellte, wie hoch der Stapel mit den Hundertern wäre,
die ich vernichtet hatte, wurde mir richtig übel. Sechs ganze Zentimeter.
Irgendwie ein Hohn, daß gerade jetzt meine Postfächer von spam geflutet
wurden, die mir allesamt entweder unendlichen Sex, 200 Millionen E-Mail-Adressen
oder Reichtum versprachen, wenn ich mich nur entschließen würde, die Webseite
anzuklicken. Ich hasste diese Leute. 50% dieser Mails waren schon gelogen, wenn
drin stand, ich hätte sie nur bekommen, weil ich mich in einer Liste
eingetragen hätte. Und da sollte der Rest auch stimmen? Warum bekamen es diese
depperten Postmaster nicht auf die Reihe, ihre offenen SMTP's zu schließen?
Weils so einfacher zu konfigurieren war?
Brasilianische, russische, kroatische oder japanische Mailserver... so langsam
bekam ich Lust, die Postmaster dieses Servers mit ihren eigenen SMTPs zu
spammen. So richtig dicht zu machen. Von postmaster@bi.teagu.ac.kr
an postmaster@bi.teagu.ac.kr, um
nur mal ein Beispiel zu nennen.
Eine solche Mail war msg-id <200109061941.EAA166360@bi.teagu.ac.kr>,
die mir den Tag versaute. Wer war das größere Arschloch? Der Spammer, der
einen offenen Server ausnutzte oder der Administrator, der das zuließ. Der
Dümmere war auf jeden Fall der Administrator.
Und überhaupt - was um alles in der Welt machte die spam-Mail rentabel? Gab es
tatsächlich Leute, die auf solche obskuren Angebote eingingen? Diese Mail
versauten uns nicht die Bandbreite, aber mir eindeutig den Tag, seit einige
meiner hochheiligen E-Mailadressen, auf denen bis zum 22.08.2001 nur eine
verirrte Mail pro Monat eintraf, jetzt mehrmals in der Woche belästigt wurde.
Von meinen AOL-Adressen ganz zu schweigen.
Antworten ging auch nicht, weil die meisten Adressen gefaked sind. Das
lächerliche "Remove" ist ebenfalls ein Hohn. Der härteste Fall war,
als der Link auf eine Webseite führte, die mir sagte "You're removed from
list", aber es sind keinerlei Daten übertragen worden, die mich irgendwie
identifiziert hätten. Es war einfach nur eine HTML-Text mit dieser Nachricht -
thats all.
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| 11.09.2001,
Di. |
Es gibt Tage, die laufen einfach seltsam.
Heute morgen putzte ich meine Schuhe und polierte sie extra glänzend, damit sie
nicht schäbig aussahen, wenn ich meinen neuen, schwarzen Anzug trug. Diesen zog
ich nämlich heute an und ich mochte ihn, weil er aus dem besten und schwersten
Stoff bestand, den ich kannte. Beim Aufbügeln dachte ich noch, selbst wenn es
diesen Stoff nur in schwarz geben sollte, ich werde mir noch ein paar davon
anfertigen lassen.
Gleichzeitig dachte ich noch, warum ich plötzlich schwarz tragen möchte. Es
gab doch nichts zu trauern.
Auf der Arbeit sprang ich von einem Meeting zum anderen, business as usual. Als
ich mich nach 15:00 Uhr in ein anderes Meeting begab war es seltsam still im
Büro. Kaum Bewegung auf den Gängen. Im Meeting bekam ich eine kurze
Information, daß ein Flugzeug ins World Trade Center gerast sei und dieses
brenne. Eine Katastrophe, sicherlich schlimm, aber nur ein Unglücksfall. Nach
dem Meeting wollte ich mir die Informationen holen und brach fast zusammen, als
ich die komplette Meldung las: beide Türme des World Trade Centers von jeweils
einem Flugzeug getroffen. Einer bereits eingestürzt. Die beiden Maschinen
wahrscheinlich entführt. Ein anderes Flugzeug über dem Pentagon abgestürzt.
Explosion in Washington. Terrorismus.
Ich war schon entsetzt, daß die Anschläge auf die Botschaften in Afrika 240
Menschenleben forderten und ich fand das schon sehr schlimm. Aber diese neue
Dimension überfordert mich. Ich habe schon Schwierigkeiten damit, wenn jemand
so stark hasst, daß er einem den Tod wünscht. Ich kann nicht begreifen, wie
jemand so stark hassen kann, daß er jemanden faktisch tötet. Und nun kann ich
mir gar nicht vorstellen, wie ein Mensch einen Plan entwickeln kann, vier (oder
sogar noch mehr) Verkehrsmaschinen entführen zu lassen und mit diesen Maschinen
als Waffe noch das Vielfache an Personen zu töten. Man rechnet mit Tausenden
von Toten. Es ist ein Grundprinzip des Terrorismus, daß er gezielt auch zivile
Personen in sein Szenario mit einkalkuliert. Er ist darauf angewiesen. Ich
persönlich wäre nicht weniger getroffen, wenn nur eine Maschine vom Himmel
gefallen wäre. Wahrlich entsetzt wäre ich, wenn es vier gewesen wären. Aber
diese Planung... dahinter stehen langfristige Strategien, eine ausgefeilte
Logistik und sorgfältigste Vorbereitung - und viele handelnde Personen.
Ich persönlich glaube nicht, daß auch nur eine Maschine von ihren
ursprünglichen Piloten geflogen wurde. Ich bin überzeugt davon, jeder einzelne
von diesen hätte die Maschine bei Kenntnis der finalen Ziele unmittelbar
abstürzen lassen. Haben die menschlichen Passagiere in den Flugzeugen
überhaupt noch gelebt, als es zu den Katastrophen kam? Wußten sie davon,
mußten sie mit ansehen, wie sie in die Bürogebäude gesteuert wurden?
Ich habe Angst vor den Dingen, die heute ausgelöst wurden. Wie sieht die
nächste Eskalationsstufe aus? Die Amerikaner müssen etwas tun und werden den
ersten angreifen, der seinen Kopf zeigt. Daß dabei nicht gerecht vorgegangen
wird, davon bin ich überzeugt. Außerdem traue ich Präsident Bush keine
hinreichend intelligente Lösung zu. Wenn die Reaktion im selben Verhältnis
heftiger wird, wie nach dem Lockerbie Anschlag oder den Angriffen auf die
Botschaften, dann werden auf der Gegenseite sehr viele unbeteiligte Personen ihr
Leben verlieren. Und wie sieht die Reaktion darauf aus? Das Thema heißt hier
Eskalation und womit möchte man den Anschlag auf das World Trade Center toppen?
Ist der Anschlag mit einer nuklearen Waffe tatsächlich noch furchtbarer? Ist er
denn denkbar? Was ist mit biologischen Kampfstoffen? Wen kümmert es, ob diese
kontrollierbar sind oder nicht, wenn ein Attentäter sowieso mit seinem eigenen
Tod rechnet? Wen interessiert der Zustand der Welt, wenn das Ziel das Glück im
Himmelreich ist?
Heute werden Entscheidungen getroffen. Es wird abgewägt werden, wie wichtig
Freiheit und Leben ist und inwiefern man das eine einschränken kann, um das
andere zu garantieren. Die Amerikaner werden aufrüsten. Der Raketenschild wird
etabliert werden. Die Amerikaner werden heftigst in Konflikte eingreifen oder
sich vom Rest der Welt isolieren. Sie werden sich vermehrt Feinde schaffen oder
keine Berührungspunkte mit Feinden aufkommen lassen. Ich mag mir nicht
vorstellen, wie das Ergebnis aussehen kann. Eines ist sicher: es wird sich viel
verändern.
Ich trauere mit den Menschen, die heute ihr Leben aufgrund eines fanatischen
Hasses verloren haben. Ich trauere um die Menschen, denen das aufgrund der
heutigen Ereignisse passieren wird.
Mein Mitgefühl gehört denen, die heute Angehörige und Freunde verloren haben.
Ich wünsche mir, daß gerade jetzt mit äußerer Besonnenheit gehandelt wird.
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| 12.09.2001,
Mi. |
Heute trug ich noch einmal meinen schwarzen Anzug -
normalerweise trage ich denselben Anzug nicht zweimal hintereinander, aber ich
dachte, das müßte heute so sein. Dunkelgraues Hemd und silbergraue Kravatte.
Ich schlief nicht gut. Gestern hatte ich bis spät in die Nacht die
Berichterstattung verfolgt, wurde kurz vor Mitternacht nochmals heftig nervös,
als von Explosionen in Kabul berichtet wurde, welche aber nicht auf
amerikanischer Vergeltung zurückzuführen waren, wie sich kurz später zeigte.
Nachdem ich heute auf der Arbeit viele geschäftliche Gespräche geführt hatte,
richtete ich meinen kleinen Intranet Server so ein, daß er völlig autonom
laufen konnte und selbst im Falle eines Shutdown alle Services beim Hochfahren
Vollständig zur Verfügung stellte. Das war nicht ganz einfach, aber
schließlich knobelte ich das heraus und es war eine gute Ablenkung.
Abschließend schaltete ich andere Services aus, die unnötig waren und
schwupps... beim testweisen hoch- und herunterfahren (nach 26 Tagen
störungsfreien Betriebes - Mann, ist das tatsächlich schon so lange her?)
waren plötzlich Systemressourcen ohne Ende frei und alle Services liefen
trotzdem... was so ein bißchen Rumgefummel doch ausmachte? Über 900 MByte
Hauptspeicher blieben frei.
Jetzt mußte ich unserer PC Technik nur noch einen Account erstellen, damit die
Kiste auch in meiner Abwesenheit gezielt heruntergefahren werden konnte,
außerdem Notfall- und Eskalationsprozeduren und ich mußte noch eine
Serverdokumentation erstellen. Hatte ich zwar schon alles irgendwo, aber ich
möchte niemanden zumuten, meine Handschrift zu entziffern.
Als ich nach Hause ging, schaltete ich nochmals durch alle Kanäle, um auf dem
laufenden zu bleiben. Es wurde wieder Werbung gezeigt, Normalität (im relativen
Rahmen) kehrte ein und es gab einige Hintergrundberichte, die den islamischen
Hintergrund etwas beleuchteten. Das fand ich sehr interessant, weil diese
Dokumentation nicht wertend, nicht einseitig und nicht marktschreierisch oder
provokant aufgemacht war. Ich verstehe jetzt eher die Wurzeln.
Trotzdem. Was werden wir in Zukunft als "schrecklich" bezeichnen? Ich
fürchte mich vor dem Moment, indem über einen terroristischen Anschlag mit 500
Toten berichtet wird und wir uns an diese Dimension gewöhnt haben. Ich fürchte
mich vor dem Moment, wo jemand anderes (oder derselbe) meint, wir sollten wieder
den wahren Schrecken verspüren...
Die Versicherungsgesellschaften bezifferten den Schaden auf ca. 80 Milliarden
DM. Dieser Schaden war innerhalb von drei Stunden entstanden. Wieviele Staaten
gab es auf der Welt, die eine solche Summe als Haushalt aufwiesen? Vielleicht
25, 30? Unsummen.
Was wird an der Stelle geschehen, wo vorgestern um diese Zeit das World Trade
Center stand? Wird man ein neues Hochhaus bauen? So wie ich die Amerikaner
kenne, sicherlich. Etwas gewaltiges, gerade zum Trotz. Als Rahmen für ein
dickes, ebenfalls gewaltiges, pathetisches Mahnmal. Welche Firmen werden sich in
diesem Gebäude ansiedeln? Was werden deren Mitarbeiter fühlen, wenn sie zum
ersten Mal ihren Arbeitsplatz betreten? Was werden die Bauarbeiter denken, die
das neue Gebäude errichten werden?
In meinem seltsamen, ethischen Grundsätzen dürfte die Stelle nicht mehr bebaut
werden. Der Schutt sollte weggeschafft werden, die Toten geborgen werden. Beide
Stümpfe des World Trade Center sollten statisch abgesichert und konserviert
werden. Die Amerika-typische Marmortafel mit den Namen der Opfer. Vielleicht
noch eine Ehrenwache. Und nichts weiter.
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| 13.09.2001,
Do. |
In Ergänzung zu gestern: eine Glaskuppel oder -Quader noch
drüber, dann wäre es wirklich eine gute Lösung.
Nach einem befriedigenden Tag auf der Arbeit fuhr ich schnell bei McDonalds
vorbei und merkte erst zuhause, daß sie vergessen hatten, meinen Salat
einzupacken. Ärger. Ok, ich war auch schon mit dem Rest satt, aber bezahlt war
bezahlt. Da werde ich wohl reklamieren müssen. Morgen wird es nicht gehen, weil
ich morgen ins Saarland fahren werde. Oder sollte ich etwa vor der Arbeit noch
dort vorbei?
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| 14.09.2001,
Fr. |
Ich vergaß es natürlich. Also fuhr ich nur einfach so zur
Arbeit. Um 12:00 Uhr kamen die Kollegen vom PC Support, um meinem Server in den
Serverraum zu bringen. Als ich den Rechner ausschaltete, war das sehr
befremdlich. Absolute Stille am Arbeitsplatz. Irgendwie fehlte mir das Geräusch
von riesigen Lüftern. Naja, ich ließ einen Dauerping auf meinen Rechner
laufen, um zu wissen, wann dieser wieder funktionsfähig war... und war höchst
erstaunt, als mir jemand vom PC Support um 14:30 sagte, daß der Rechner jetzt
liefe und keine Response lieferte.
Höchst verdächtig. Also gingen wir gemeinsam in den Serverraum. An der Konsole
war alles in Ordnung - der Rechner war oben, alle Prozesse liefen.
Einer der Kollegen sagte, daß das Lämpchen am Hub nicht brannte - keine Daten.
Das Link-Licht an der Netzwerkkarte ebenso nicht. Wir konnten den Rechner noch
aufschrauben, da er alleine in einem Rack hing und drückten die Karte fest
hinein - nichts. Wir änderten den Slot - nichts. Nebenbei, das waren alles
Anregungen von den anderen. Ich war überzeugt, daß es am Rechner nicht lag.
Schließlich konnte ich sie dazu überreden, ein anderes Netzwerkkabel
auszuprobieren. Da immer noch nichts kam, konnten die beiden sich ein
triumphierendes Grinsen nicht verkneifen, zumal ich aufgrund des Verkehrs um 15
Uhr losfahren wollte und diese wußten das! Nach weiteren unnützen Vorschlägen
sagte ich, daß ich jetzt das Netzwerkkabel holen gehe, mit dem der Rechner 26
Tage ohne Fehler lief. Abwinken - die Karte wäre bestimmt kaputt, das könne
ich mir sparen. Aber ich hatte nicht 13 Jahre Hardware- troubleshooting hinter
mir, um mich mit so einer Aussage zufrieden zu geben.
Also ging ich in mein Büro und holte das Kabel trotzdem (wahrscheinlich zogen
die Kerle hinter meinen Rücken häßliche Grimassen). Kollege steckte das Kabel
in den Hub. Ich steckte das andere Ende in die Netzwerkkarte. Weihnachten. Alle
Lämpchen leuchteten sofort auf, der Rechner antwortete auf alle Pings und ich
lächelte nur leicht. Strike.
Kam ich doch fast pünktlich raus, 15:20. Fast war das aber schon zu spät, es
war schon ziemlich Betrieb auf den Autobahnen.
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| 15.09.2001,
Sa. |
Das erste, was ich heute tat: nach Saarlouis gefahren und
eingekauft. Es kam aber nicht besonders viel zusammen, weil bei mir wieder Ebbe
in der Kasse war und noch diesen Monat bei mir eine Ausgabesperre in Kraft
treten wird.
Trotzdem waren zwei neue Hemden, Unterwäsche und Strümpfe im Etat. Dann mußte
ich noch die Zwangsmitgliedschaft in der IHK bezahlen (was mich jedesmal
ärgerte) und ich sah auf meinem Kontoauszug, daß die Bahncard abgebucht wurde.
Weil ich vergessen hatte, die Bahncard zu kündigen, war ich gerade wieder 510
DM los. Dazu die verbrecherischen Aufschläge auf die Kraftfahrzeugsteuer für
Euro-1 Norm und somit hat mich Transport und Verkehr glatte 1000 DM diesen Monat
gekostet. Geld ist nicht alles, aber alle. War schon seltsam... da verdiente ich
Jahr für Jahr mehr Geld und es blieb immer noch nichts übrig...
Als ich vom einkaufen zurück kam, griff ich mir Spaten, Hacke, Schaufel, Axt
u.s.w. und half bei der Renovierung unsers Vorgartens. Meine Aufgabe war, einen
Baumstumpf einer Kiefer zu entfernen. Zwei Stunden brauchte ich, das Ding war
die reinste Katastrophe, so fest war es verwurzelt. Hatte ich das verdient?
Warum suchte ich mir einen Job aus, indem ich mit dem Kopf arbeiten mußte, wenn
ich jetzt doch mit meinen Händen in den Dreck dieses Planeten griff? Ok, das
war jetzt aber sehr pathetisch, nicht war? Fluchen hätte es auch getan...
Abends ging ich dann mit Arno fort (HAALLO! HAST DU DIE BUCHBESPRECHUNGEN
INZWISCHEN GEFUNDEN? WENN NICHT: HIER!) und wir
verzogen uns zuerst in die Kasematten (Erklärung: Saarlouis ist eine ehemalige
Festungsstadt und in einem Abschnitt des ehemaligen Festungsringes sind kleine
Kneipen und Restaurants untergebracht), dann kurvten wir durch die Altstadt und
gingen schließlich ins Kino. A.I. Der Film überraschte mich schon etwas. Die
Werbung wird ihm nicht gerecht und man sah ihm an, daß Stanley Kubrik einen
unvollendeten Vorläufer gedreht hatte und Spielberg diverse Anregungen
offensichtlich übernahm. Eine großartige Parabel. Unbedingt sehenswert. Ich
gebe zu, mir wäre lieber, Kubrik hätte seine Variante vollendet, aber man kann
eben nicht alles haben.
Um 01:30 war ich wieder zuhause und sehr, sehr müde.
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| 16.09.2001,
So. |
Toll. Immer wenn ich dachte, ich könnte Schlaf gebrauchen,
werde ich früher wach als geplant. Um 10:00 Uhr trieb es mich aus dem Bett
(wach war ich schon früher, mein Rücken, meine Beine schmerzten), ging
frühstücken und legte mich mit der Süddeutschen auf die Couch. Das war
anscheinend die richtige Kombination, weil ich dort bis 12:30 schlief. Und ganz
seltsam träumte. Irgendetwas mit Russen und Amerikanern in Schützengräben,
die aber allesamt blind waren. Eigentlich kämpften sie gegeneinander, die
Amerikaner war in ihrer Stellung und die Russen näherten sich, wußten aber
offensichtlich nicht, daß die Gegend besetzt war. Also vergruben sie sich in
dieselben Schützengräben und beide zielten in dieselbe Richtung und warteten
aufeinander. Als sich irgendwo ein Schuß löste, schossen sie wild drauf los
(natürlich ohne etwas zu treffen) und stellten schließlich durch gegenseitiges
Abtasten fest, daß da offensichtlich etwas durcheinander gegangen war... dann
kamen noch diverse einzelne Szenen (auch visuell sehr reizvolle, atemberaubende
Landschaften) und schließlich war Mittagessen (im realen Leben (soweit ich es
beurteilen konnte)).
Um 18:30 fuhr ich nach Schwalbach zurück, kam nach beschissener Fahrt durch den
Regen zwei Stunden später zuhause an, las Mail und ... das war diese Woche
gewesen. Trotz meinen Beschreibungen, gab es im wesentlichen doch nur das
Gesprächsthema vom 11.09.2001, wenn zwei Personen sich unterhielten. Ich war
mir immer noch nicht sicher, was die beste Lösung war, aber "pure
Vergeltung" durfte es nicht sein. Die Israelis vergelteten jetzt schon seit
geraumer Zeit jede Aktion mit Gewalt und das führte nur dazu, daß die
Terroristen ihr Ziel globalisierten. Ich hatte dazu ein paar halbgare Gedanken
im Kopf herumschweben, aber dies enthielt Elemente, die zweifelsfrei mehr Mut
erforderten, als ein Krieg erfordern würde...
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