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I
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- - - - D
i e s e W o c h e - - - - |
| 19.11.2001,
Mo. |
Fast den ganzen Tag über beschäftigte mich die Umwandlung
nach Frontpage (siehe letzten Freitag) - und ich war noch immer nicht fertig.
Das blöde Intranet enthielt 1800 Dateien, wovon 1700 html waren.
Und so sah es aus: für jedes eigentliche Dokument im Hauptframe gab es ein
komplettes Frameset (also die Datei, von der aus die Frames aufgebaut PLUS die
Dateien, die in die Frames geladen wurden). Da also jede Anzeige im Browser
fünf Frames enthielt, waren das mal locker sechs Dateien pro Dokument.
Zusätzlich noch eine Datei für die Darstellung ohne Frames und eine, in der
die Ansicht im Editor gezeigt wurde. Außerdem wurden Dokumente, die eine andere
Datei nachluden, z.B. ein PDF, nochmals abgelegt mit dem Inhalt "Datei xyz
wird geladen" und einem Redirekt auf die Datei xyz. Montag nachts war ich
auf circa 800 Dateien herunter. 1000 Stück wegoptimiert, was eine
Leistung...
Nach der Arbeit fuhr ich noch im real vorbei... es gab wieder Mengenangebote,
also zum Beispiel sechs Schachteln Klöße von Maggi kosten statt 6 mal 2,28 DM
nur insgesamt 10 DM. Die Kasse von real ist so intelligent und addiert normal
bis die Menge 5 (das sind dann 11,40) erreicht ist und sobald Nr. 6 über den
Scanner läuft, wird der Komplettbetrag auf DM 10 korrigiert (Nr. 6 kostet also
-1,40 DM (MINUS EINSVIERZIG)). Jetzt war die Kassiererin verwirrt, weil am
Schluß des Kassenbons bei mir nicht 10 DM für die 6 Schachteln stand, sondern
11,40 - logisch, sie hatte nur 5 mal gebucht. Total verzweifelt versuchte Sie,
das zu korrigieren und erst als ich sie ZWANG, mir die letzte Schachtel doch
bitte zu berechnen, konnte ich endlich weiter. Ja, die Welt war nicht mehr so
einfach für Kassierer. Demnächst bezahlen wir Fleisch nicht mehr nach Gewicht,
sondern nach der mittleren Varianz der Abweichung vom
Durchschnittsmindeshaltbarkeit + ( Volumen / Raumtemperatur ). Plus 100
Paybackpunkte, aber nur, wenn man mindestens ein Buch mit 400 Seiten mitnimmt.
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| 20.11.2001,
Di. |
Mit Unterbrechungen arbeitete ich an dem Frontpage-Web
weiter. Heute war mein Fokus auf den eingebundenen Dateien (jpegs, gifs, pdfs
etc.). WebGate hatte die so angelegt, daß jede einzelne in einem
Unterverzeichnis mit Namen "body" untergebracht war, die wiederum in
einem Unterverzeichnis mit der ursprünglichen Dokument ID untergebracht war
(und wieder in ein Unterverzeichnis zusammengefaßt war). Jedenfalls nach
endlichen "../" war man im Dokumenten-Rootverzeichnis angelangt. Ich
machte das ganze etwas flacher - so langsam wurde das überschaulicher. Jetzt
mußte ich nur noch
* jedes einzelne Dokument durchsehen und den
JavaScript-Code rausschmeißen (d.h. eher modifizieren), der mir das Frameset
nachlud, wenn die Datei einzeln aufgerufen wurde.
* jedes Dokument mit einem Header versehen, der es in eine Session einpackte
* eine Benutzerverwaltung darüberstülpen
* SSL installieren
und fertig war ich ... haha, witzig. Und dabei hatte ich doch gar keine Zeit
für den ganzen Mist. Und ich wollte unbedingt ohne Frontpage Erweiterungen und
proprietären Funktionen von Frontpage 2002 auskommen, da ich ja noch nicht
wußte, ob dieses Programm wirklich erste Wahl ist. Ich hatte schon einen
Absturz, der mir suggerieren wollte, daß ich einen Bugreport online an
Microsoft verschicken sollte ("Frontpage verschickt die folgenden Daten an
Microsoft... Zustand der Register, des Programms, der Umgebung und ein Teil der
Anwendungsdaten, die den Fehler verursacht haben..." STOPP! Ich werde jetzt
auch noch zulassen, daß Frontpage betriebsinterne Informationen aus unserem
Intranet an Microsoft schickt?).
Abends surfte ich durchs Web und eignete mir spezifisches Wissen um
Unix-Benutzerrechte (t/s-Bits, umask, .login etc.) an. Und ich stellte fest,
daß das alles unnötig war, weil genau dieselben Erklärungen in meinem
Unix-Buch von 1985 (NEUNZEHNHUNDERFÜNFUNDACHZIG) standen.
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| 21.11.2001,
Mi. |
Den dritten Tag in Folge verbrachte ich mit dem Intranet.
Heute stellte ich den PC so ein, daß der "webmaster" mit ftp sofort
live gehen konnte, daß der Account "testmaster" ein Testweb online
stellen konnte, welches passwortgeschützt in einem Unterverzeichnis lag, daß
alle anderen Accounts auf dem Rechner nur ftp (mit chroot-Beschränkung) und
samba-Nutzer waren.
Außerdem installierte ich noch ein Statistik-Tool, welches nachts das Logfile
auslas und beschäftigte mich anschließend wieder mit den HTML-Dateien.
Ich stellte zuerst eine Musterdatei mit Navigation fertig - inklusive
angepaßtem und unifizierten JavaScript, inklusive einem Hut aus einer Session,
inklusive Hooks zur Benutzerverwaltung, inklusive Fehlerbehandlung und inklusive
Scripten, die jeweils vor und nach dem Dokument aufgerufen werden konnten.
Der Rest war nur noch Fleißarbeit... alle Dateien durchgehen, umbenennen, Web
durchsuchen, ob der alte Dateiname noch irgendwo vorkam und ggfls. korrigieren,
den neuen Code hineinkopieren, zwei Stellen anzupassen und speichern. Bis
jetzt waren 35 Dateien (von 226) umgestellt und ich war relativ zufrieden mit
mir und meiner Arbeit.
Den Test auf dem Testweb hatte es jedenfalls bestanden und war jetzt von den
1800 Dateien auf knapp unter 300 herunter - jetzt waren alle unique vorhanden
und keine Datei zuviel - also ein kleines Web. Dieses meine öffentliche
Webseite hier auf www.peterkleemann.de
bestand aus circa 900 Dateien ;-)
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| 22.11.2001,
Do. |
Wer hätte gedacht, daß nicht das Testnetz die Sorgen
machte, sondern das Livenetz? Naja, jedenfalls machte ich zwei Änderungen auf
einmal - zuerst schob ich die Dateien hoch und dann veränderte ich die
httpd.conf und vertauschte die Ports, auf denen der Apache liegen sollte
("listen"). Mit vertauschen meine ich: die Reihenfolge von 80, 8080
und 8008. Das hatte fatale Folgen. Ich fuhr den Apache herunter und da blieb er
dann auch, bis ich den Rechner neu gebootet hatte. Dann lief wieder alles, aber
nicht richtig. Unbemerkt hatte sich die Kiste nämlich die Uhrzeit aus der RTC
geholt und diese stand 1 Stunde 10 in der Zukunft. Daraufhin lief ein cronjob
wesentlich früher und eine Datei wurde deswegen nicht online gebracht, weil
diese erst nach dem Job in das gehörige Verzeichnis geschrieben wurde. Und ich
hatte eine Reklamation am Hals, weil der Verantwortliche für diese Datei das
Ergebnis jedem zeigen wollte. Blöd. Ich setzte mit hwclock und date die Zeit
neu, installierte rdate auf dem Rechner, aber das blöde Tool konnte die
timeserver nicht finden. Ich vermutete, daß unsere Firewall die Ports
abblockte. Wir hatten einen Server, der Zeiten lieferte - mußte ich mir morgen
die IP besorgen.
Jedenfalls war "Intranet" heute nur zwei Stunden Arbeit. Ein
möglicherweise externer Dienstleister wollte sich heute vorstellen und wir
hatten uns zwischen 17:00 und 19:00 Uhr verabredet. Um 18:00 Uhr rief er mich
an, er wäre jetzt in Frankfurt (kam von Hamburg) und ich beschrieb ihm den Weg.
Er meinte, er wäre in einer halben Stunde da... das konnte man aber während
des Berufsverkehrs vergessen... um 18:50 rief er noch mal an und meinte, es
wäre wohl besser, daß wir das Treffen canceln. Wir ermittelten seine Position
und er war 1,4 km vor dem Nordwestkreuz. Das konnte doch nicht mehr lange dauern
und so war er kurz nach 19:00 Uhr da. Ich wollte zwar schon zuhause sein, aber
was solls. Er kam von weit her und mußte heute wieder weit fahren, also redeten
wir noch kurz miteinander.
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| 23.11.2001,
Fr. |
Heute ging ich etwas früher nach Hause. Das hieß, ich ging
normal. Würde ich jedes mal so früh gehen, dann hätte ich nur 5 Stunden mehr
gearbeitet als im Tarifvertrag steht... nur nicht drüber nachdenken! Ich ging
im real vorbei, um mir das notwendigste für das Wochenende zu kaufen falls ich
morgen auf Einkaufen keine Lust mehr verspürte. Ich stellte mich mal wieder in
die langsamste Reihe (wie immer), obwohl es nicht den Anschein hatte. Der Kerl
vor mir hat +drei+ verschiedene Partien eingekauft mit drei Bezahlvorgängen,
von den zwei mit Chequekarte waren.
Fürs Abendessen holte ich mir noch einen Chicken Kebab mit und mein Magen
erinnerte mich den ganzen Abend daran. Nachts kam Mail von Amazon mit einem
Einkaufsgutschein über 30 DM für den Bereich "Foto und Elektronik".
Spontan wußte ich: entweder eine CF-Karte oder ein Stativ, aber maximal für 60
Mark - ich mochte ja von dem Gutschein einen Vorteil haben :-)
Die CF-Module sind eher teuer bei Amazon, so fand ich das original Kodak
Tischstativ für meine Digitalkamera für DM 48. Mit Versandkosten DM 55.
Abzüglich Gutschein DM 25. Gute Sache das... Klick, kommt. Jetzt konnte ich
endlich mal ordentliche Zeitrafferaufnahmen über einen ganzen Tag aus meinem
Fenster machen... oder stabile Langzeitbelichtungen. Oder ... geheim! Ihr werdet
es noch erfahren, aber witzig wirds!
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| 24.11.2001,
Sa. |
SchonWIEDER! 9:00 Uhr, Samstag, wach. Ich zwang mich mit
aller Gewalt zurück ins Kopfkissen, aber das brachte nichts. Die folgenden 1
1/2 Stunden vergingen mit der stillen, permanenten, penetranten Wiederholung von
Unix-Befehlen und Internetbegriffen tief in meinem Kopf. Das war ein Zeichen
dafür, daß ich eigentlich wirklich voll ausgeschlafen war.
Nach dem Frühstück ging ich einkaufen (nur noch winziger Mist), aber vor allem
wollte ich meinen Lottoschein abgeben und nachsehen lasse, ob auf dem alten
etwas drauf war. Dann folgte Glück und Pech (wobei das Glück eindeutig
überwog!).
Im Display der Lottoannahmestelle erschien "***
Zentralgewinn ***" . Watt'n datt denn? "Das
bedeutet, daß der Gewinn so groß ist, daß er nur von der Lottozentrale
ausgezahlt wird". "Ab welcher Höhe". "Ab 1000 DM."
::: FREU :::
"Wissen
Sie denn, welche Zahlen gewonnen haben?" "Nö. Ich guck nie
nach". "Moment." Der Mann ließ sich einen Schein mit den
aktuellen Zahlen ausdrucken und fing an, diese zu vergleichen. "Sie haben
da einen Fünfer. Das sind DM...." (guckt doch selber nach!). Ich freute
mich nochmals (obwohl ich gehört habe, daß es schon wesentlich mehr Geld für einen Fünfer
gab). Naja, streng betrachtet, war es nicht so viel. Aber mehr als nix, mehr als
1000 Mark. Viel weniger, als daß ein kleines Auto drin wäre. Aber ein kleiner,
guter Gebrauchter.
Dann setzte der Mann noch einen drauf: "Schade." Er wedelte mit dem
Schein vor meiner Nase. "Wenn sie hier nicht die 2,
sondern die 1 getippt hätten, dann wären es 6.8 Millionen Mark".
AAAAAAAAAAAAAAAAAH. EIN KÄSTCHEN AM REICHTUM VORBEI! Gottseidank war ja nicht
ich das schuld, sondern mein WEBSERVER, weil die Zahlen kamen jedesmal von
meinem Lottoscript.
Dann war der PC es selbst schuld, daß ich das Geld nur für mich verwenden
werde und mir keine zusätzliche Hardware kaufe (z.B. eine Sun Fire 15000 als
Terminalrechner).
Wir machten also den Bürokratiekram fertig, damit ich den Gewinn auf mein Konto
bekam. Wären es mehr gewesen, hätte ich einen Koffer mit Barem verlangt. Hehe.
Im Nachhinein betrachtet stimmte die Sache mit dem "einen Kästchen"
nicht. Ich hatte die 1 doch getippt und anstatt der 2 hätte es die 12 sein müssen.
Und ich hätte den sechser mit einem anderen teilen müssen, also... halb so
schlimm ;)
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| 25.11.2001,
So. |
Einen Tag später rückwirkend betrachtet, konnte ich ja wohl
nicht sagen, daß mir die ganz "normalen" Dinge passieren. In meiner
Vergangenheit passierte oftmals ungewöhnliches, aber irgendwie nicht mehr in
der letzten Zeit - auf so eine Sache wartete ich jetzt schon seit über 10
Jahren und erst jetzt merkte ich, daß ich darauf gewartet hatte und
gleichzeitig ganz genau wußte, daß irgendwann etwas passieren mußte. Das
Gefühl war aber noch nicht vorbei - da wird noch mehr kommen.
Ansonsten begann dieser Tag mit einer Enttäuschung. Weil ich gestern abend zu
müde wurde, ließ ich meinen Videorecorder laufen. Heute schaute ich den Film
und genau dann, als es spannend wurde, war das Band voll. Ärgerlich.
Also wechselte ich von einem Programm auf das nächste (und wieder zurück),
genauso wie ich Couch- und Bügeltisch wechselte.
Diese Woche wird meine Webseite endlich mal wieder einen Besucherrekord
verzeichnen. Ich glaube nicht, daß direkt damit zusammenhing, weil mir wird in
der letzten Zeit zuviel damit argumentiert (insbesondere wenn es um die
Streichung von Arbeitsplätzen geht), aber nach einem relativ konstanten
Wachstum der Besuchermenge verzeichnete ich nach den Terroranschlägen vom
11.09.2001 auf das World Trade Center einen Rückgang der abgerufenen Seiten von
30-40%. Erst seit letzte Woche war das Niveau wieder auf einem relativ normalen
Stand (wenn auch niedrig). Diese Woche wird es zum ersten Mal wieder eine neue
höchste Zugriffszahl geben.
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