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- - - - 15.01.2001- 31.12.2001 - - - -

früher 2000 
Januar     15.01.-21.01.2001 22.01.-28.01.2001 28.01.-31.01.2001  
Februar 01.02.-04.02.2001 04.02.-11.02.2001 12.02.-18.02.2001 19.02.-25.02.2001 26.02.-28.02.2001  
März 01.03.-04.03.2001 05.03.-11.03.2001 12.03.-18.03.2001 19.03.-25.03.2001 26.03.-31.03.2001  
April 01.04.-01.04.2001 02.04.-08.04.2001 09.04.-15.04.2001 16.04.-22.04.2001 23.04.-29.04.2001 30.04.-30.04.2001
Mai 01.05.-06.05.2001 07.05.-13.05.2001 14.05.-20.05.2001 21.05.-27.05.2001 28.05.-31.05.2001  
Juni 01.06.-03.06.2001 04.06.-10.06.2001 11.06.-17.06.2001 18.06.-24.06.2001 25.06.-30.06.2001  
Juli 01.07.-01.07.2001 02.07.-08.07.2001 09.07.-15.07.2001 16.07.-22.07.2001 23.07.-29.07.2001 30.07.-31.07.2001
August 01.08.-05.08.2001 06.08.-12.08.2001 13.08.-19.08.2001 20.08.-26.08.2001 27.08.-31.08.2001  
September 01.09.-02.09.2001 03.09.-09.09.2001 10.09.-16.09.2001 17.09.-23.09.2001 24.09.-30.09.2001  
Oktober 01.10.-07.10.2001 08.10.-14.10.2001 15.10.-21.10.2001 22.10.-28.10.2001 29.10.-30.10.2001   
November 01.11.-04.11.2001 05.11.-11.11.2001 12.11.-18.11.2001 19.11.-25.11.2001 26.11.-30.11.2001    
Dezember 02.12.-02.12.2001 03.12.-09.12.2001 10.12.-16.12.2001 17.12.-23.12.2001 24.12.-30.12.2001 31.12.-31.12.2001
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I

 

- - - - D i e s e   W o c h e - - - -

26.11.2001, Mo. Sieh an, ein Montag.
Da kämpfte ich mich mühsam zur Arbeit, obwohl mir die Augen weh tun (nicht brennen, nicht tränen, sondern richtig schmerzen). Und in der Mitte des Tages erfuhr ich, daß mein Groupware Projekt in absehbarer Zeit nicht so durchgeführt würde, wie geplant, sondern es wird vielmehr unsinnige zusätzliche Zeit in unsinnige Arbeit gesteckt. "es wird... gesteckt" war eigentlich die falsche Formulierung. *Ich* werde unsinnige Zeit in unnütze Arbeit stecken. An dieser Stelle waren wir schon vor 8 Monaten, als ich das Projekt übernommen hatte. Zwischenzeitlich wurde mir vorgewurfen, ich würde zu langsam vorgehen.  War es denn so wichtig, wie schnell man auf der Stelle tritt? In einem Laufrad hat man auch das Gefühl, es geht immer weiter aufwärts. Das Projekt war entscheidungsbereit. Es fehlte das "GO". Mehr nicht. Stattdessen hieß es jetzt wieder, doch erstmal etwas eigenes zu bauen. VERDAMMT! DAS IST NICHT BILLIGER. ABER AUF JEDEN FALL SCHLECHTER.
Wurde ich hier verschaukelt? Absichtlich oder unabsichtlich? Resignation ist die Motivation des kleinen Mannes... ich hatte keinen Bock, irgendetwas zu tun, in dem kein Sinn lag. Ich glaube, ich mache das nicht. Ich werde mich nicht hinsetzen und in MS Access und Basic (BASIC!!! B wie BEGINNERS ... ) programmieren. Was bedeutete: externe Aufwände, die das eigentliche Budget schmälerten... irgend jemand mußte das ja tun. Aber ich nicht. 
27.11.2001, Di. Ich verbrachte den Tag eher lustlos. Wen wunderts. Abends sagte ich meinem Chef, daß ich mich ziemlich ärgerte. 
Einzig bemerkenswertes Ereignis heute: das bestellte Tischstativ aus dem Amazon Gutschein war schon da, morgen gehe ich es auf die Post abholen. 
28.11.2001, Mi. Das Päckchen holte ich ab... und um es mit einem Zitat aus der Klapperschlange zu sagen "ich hatte Sie mir größer vorgestellt". Also erst einmal: das Stativ war stabil und flexibel einsetzbar. Dann ist es eigentlich winzig klein - es hätten zwanzig oder dreißig Stück davon in den Karton gepaßt, mit dem es kam... wahrscheinlich noch mehr. Den vollen Preis von fast fünfzig Mark hätte ich nicht bezahlt, wenn ich das Stativ irgendwo im Kaufhaus gesehen hätte. Große Dreibein-Stative fingen ja schon bei 60 Mark an. Unabhängig davon will ich natürlich auch noch ein großes Dreibein haben. Irgendwann, jetzt gab es wichtigeres.
Reichlich lustlos vergrub ich mich in meine Arbeit und ging früh genug nach Hause, so daß ich keine unbezahlten Überstunden riskierte... 
29.11.2001, Do. Ich hatte immer noch keinen Bock. Also spielte ich wieder ein bißchen mit meinem Intranet herum. Ein paar Seiten optimiert, eine Präsentation (von gestern) in PDF umgewandelt und online gestellt. Abends nix gemacht.
30.11.2001, Fr. Was waren die Highlights des Tages? Eigentlich nicht viel. Ich führte ein Vorstellungsgespräch mit einem externen Facharbeiter, der mein Webhosting Team für die nächsten Wochen unterstützten sollte. 
Ich war bei der Verabschiedung eines Mitarbeiters, der in den Ruhestand ging (ich konnte mir das gar nicht vorstellen, einmal einen *wirklich* letzten Arbeitstag zu haben). Ich aß dort zuviel, aber was kann man tun, wenn man gebeten wird, das Zeugs zu vernichten. Jeder wunderte sich irgendwie, daß die Schnitzel auch nach 4 Stunden noch zart waren. Haha. Die haben noch nie etwas von Preßfleisch gehört. Allerdings wollte ich die Stimmung nicht zerstören, deswegen hielt ich meinen Mund. 
Und ich war weiterhin der Stimmung, meine Arbeitszeit für das Intranet zu verschwenden... ich implementierte eine Volltextsuche, korrigiert die Toolbar und das dort enthaltene Drop-Down-Menü. Ich schaute mir im Logfile an, wo "404" stand und korrigierte entsprechend die HTML-Seiten. Ich führte eine "Ganz-neu-im-Intranet-aber-nicht-so-wichtig-Zeile" auf der Startseite ein.
Um 18:30 verabschiedete ich mich dann ins Wochenende und schlenderte beim real vorbei, um mir Frühstück für morgen zu besorgen. Mein Bäcker fragte mich vorwurfsvoll, ob ich in Urlaub gewesen wäre, weil ich so lange nicht mehr da gewesen wäre. Aber ERSTENS waren seine Puddingstückchen in der letzten Zeit immer alle, wenn ich vorbeikam, ZWEITENS hatte er eine neuer Mitarbeiter und er selbst war nicht immer da und DRITTENS hatte ich wirklich nicht oft Zeit gehabt in der letzten Zeit. Ich bin auf einem 48,5 Stunden-Wochen Schnitt gekommen und ich zwang mich dazu, daß ich spätestens 19:00 die Firma verließ. Seit ich alles mitprotokollierte, sah ich, wie ich mich jetzt schon wieder einwickeln ließ...Oh. Das wollte ich nicht. 
Diese Woche warens dann nur 44 Stunden. Basta.
01.12.2001, Sa. Nachdem ich tüchtig ausgeschlafen und gefrühstückt hatte, stürzte ich in die üblichen Samstagsschlacht. Einkaufen fürs Wochenende. Im real war wieder der Teufel los und so legte ich es darauf an, möglichst schnell damit fertig zu sein. Allerdings gab es etwas, das mir in den letzten Wochen schon aufgefallen ist. Bestimmte Waren fehlten - d.h. ausverkauft. Und es betraf "reguläre" Ware, z.B. Birnen in Dosen oder Kaba. In der Regel war das ein Zeichen dafür, daß die Lagerhaltung strenger kontrolliert wurde und auf das nötigste zurechtgerückt wurde, was wiederrum bedeutete, daß real den Lagerwert herunterfuhr, was wiederum bedeutete, daß sie den Gürtel enger schnallten. Interessant.
Mir fiel ohnehin schon seit mehr als sechs Wochen auf, daß es schon Freitags mittags die Angebotsblätter nicht mehr gab, was bedeutet, daß diese Menge ebenfalls heruntergefahren wurde. Diese Großfirmen haben effiziente Steuermittel für die bedarfsgesteuerten Güter und so WAR DAS ABSICHT und keine Unaufmerksamkeit. Weniger Angebotsblätter hieß zweierlei: weniger Leute, welche die Gelegenheit hatten, Angebote zu kaufen (als Waren mit reduzierter oder keiner Gewinnspanne) *und* geringere Kosten für die Produktion dieser Blättchen. Auch ein Zeichen.
Stattdessen hing über der ehemaligen "Information" nun ein großes Schild "Servicepoint". Umstrukturierung, ick hör' Dir trappsen.
Da mir unten an den Kassen zuviel Verkehr war, lief ich über die Kassen oben in der Drogerieabteilung. An dem Ausgang gibt es auch noch einen Photo Porst und ich wollte mich nur mal schnell nach Preisen für CF-Module umsehen. Kaum stehe ich an der Vitrine, werde ich schon von der Seite angesprungen: "Kann man ihnen helfen?" Kindchen - Deine Verkaufsschulung hat zu einem hohen Prozentsatz versagt... Die direkte Ansprache war schonmal gut. Selten wird man gefragt. Aber die Art und Weise... tststssss. Man eröffnet mit einem freundlichen Gruß: "Guten Morgen" (das wissen sogar die Kassiererinnen an den Scannerkassen). Dann funktioniert der Verkauf durch direkten Kontakt mit dem Kunden (und am besten dabei lächeln): "Kann ICH IHNEN helfen?" Wobei das "kann" hier ebenfalls nur die zweitbeste Alternative darstellt. Und es ist eine Frage, die man korrekt nur mit "ja" oder "nein" beantworten kann (niemals einen Kunden dazu verführen, "nein" zu sagen). Noch direkter und interessierter wäre: "Wobei kann ich Ihnen helfen" oder "Wie kann ich Ihnen helfen". Wobei "helfen" natürlich auch implizieren kann, daß der gefragte "hilflos" ist. Dabei sollte man schon etwas abschätzen, wer das ist. Also gibt es noch die Alternative "Was kann (oder darf) ich für Sie tun?", womit man aktive Unterstützung anbietet, aber auch nicht wertet. Nun spielt natürlich auch die Körpersprache eine Rolle. Die benannte Fachverkäuferin war etwas kleiner als ich und nahm unbewußt eine dominante Körperhaltung ein (Daumen in den Gürtel gehakt, Ellenbogen leicht abstehend, leichtes Hohlkreuz, Kopf leicht nach hinten, so daß die Augen zwar nach oben,  von der Kopfhaltung her aber eher nach unten sehen -> Lauerstellung, zum Kampf bereit, Selbstbewußtsein demonstrieren, Revierverhalten, Respektlosigkeit). Das darf einem Verkäuferin eigentlich nicht passieren, wenn man den Kunden nicht kennt, da man ihn sonst verscheucht. Das darf man als Verkäufer/-in machen, wenn der Kunde im weiteren Verlauf unsicher ist und sich nicht entscheiden kann. Dann hilft es schonmal, ihm selbstsicher das Stück mit der höchsten Provision in die Hand zu drücken und zu sagen "Das hier würde ich nehmen, " - mit dem Zeigefinger auf den Deckel der Ware tippen - "wenn ich an Ihrer Stelle wäre." und zack, klingeling. Nun, um zum Punkt zu kommen... im Porst sagte ich dann "MAN kann nicht.", ich ging heraus und fuhr nach Hause.
Dort angekommen dichtete ich endlich das Fenster in meinem Arbeitszimmer ab. Eigentlich war es dicht. Aber wenn ich vor meinem PC saß, da dachte ich, daß ein leichter, kalter Hauch an meinem Kopf vorbeifuhr und ich wußte, daß es sich nicht um paranormale Aktivitäten handelte. Andererseits war ich auch sehr empfindlich und bemerkte Dinge, die anderen entgingen. Um sicher zu sein, umfaßte ich die Fensterflügel mit einer Dichtung, klebte mit Kreppband die Ritzen des Rollandekastens zu und verfuhr genauso mit der Kontaktstelle zwischen Fensterrahmen und Fensterbank. Nun war ich mir sicher, daß alles andere fast nur Einbildung sein konnte...
02.12.2001, So. Irgendwie wollte ich mal richtig ausschlafen, deswegen ging ich gestern schon um 20:00 Uhr ins Bett und schlief - mit Unterbrechungen - bis 8:00 Uhr morgens. Dann trieb es mich aber aus dem Bett, weil die Traumsequenzen ein Thema hatten, mit dem ich nicht viel anfangen konnte. Es ging um "protoplasmatischen Kleber": im Fernsehen hatte ich mal gesehen, daß Wissenschaftler ein Protein entwickelt haben, daß Fleisch "zusammenkleben" konnte - z.B. um aus vielen kleinen Fleischstücken (=Reste) ein großes Stück Fleisch zu machen, das aber auch von der Optik und Struktur her stimmte . Also offensichtlich eine Verarbeitung des Themas "Preßfleisch" vom Freitag - wobei beide Fertigungsverfahren sehr unterschiedlich waren und genau da setzte der Traum an. Aufgrund des Zusatzes dieses Proteins veränderte sich das Fleisch selbst und derjenige, der es aß, war nicht mehr ganz Herr seiner Sinne. Im Traum war ich das dann... inklusive Gerichtsverfahren, Flucht, Rechtfertigung u.s.w. zum Schluß spielten tote Osterhasen und eine Fotografie mit der Anordnung von Osterhasen auf einer kreisrunden Lichtung eine Rolle. Ich glaube, zum Schluß war einer der Osterhase der wirkliche Täter ...ein Komplott!
Also der beste Grund, wach zu werden. Ich wollte eh' früher aufstehen, weil heute beim Praktiker ein Antik- und Trödelmarkt statt fand. Das hätte ich mir aber sparen können, nichts ist trostloser als alter Kram, bei dem man sich ohnehin wundert, daß den jemand irgendwann neu gekauft hatte. Und das alles auf einem Haufen, auf einem relativ finsteren (aber gottseidank überdachten) Parkdeck am frühen, düsteren Sonntag Morgen mit Nieselregen.
Dementsprechend war ich auch schnell wieder zuhause. Was nun?


- - - - N ä c h s t e   W o c h e - - - -

03.12.-09.12.2001