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- - - - D
i e s e W o c h e - - - - |
| 17.06.2002,
Mo. |
Als ich heute morgen die E-Mail-Bestätigung über die
Bestellung meiner Bücher bekam, erschrak ich im Nachhinein.
Billige-Buch-Bestell-Seuche! Was nützte es mir, wenn ich statt 212 Euro
für die Bücher nur 62 Euro ausgab? Das waren immer noch 62 Euro! Egal. Mögen
meine Regale unter der Last des Fachwissens zusammen krachen.
Komisch, warum mir so etwas immer am Tag später auffiel: ich bekam Sonntag
nicht viele Anrufe (so alle fünf Sonntage mal einen) und gestern tatsächlich
zwei Anrufe (und dabei war ich gestern doch erst um 18:30 wieder in Schwalbach).
Und beide hatten sich verwählt. VER - SCHWÖR - UNG? Ok, Schwamm
drüber.
Ich schlief hervorragend. Ich war gut gelaunt. Allerdings legte sich das, als
ich im Büro war, denn es war heiß draußen. Und ich verfluchte es jetzt, in
den dritten Stock gezogen zu sein. Ich hatte zwar ein riesiges Büro für mich
alleine, aber im 3. OG gab es (im Gegensatz zum 4.OG) keine Klimaanlage. Haha,
selbst verarscht. Meine Systemadministratoren im Raum nebenan hatten eine extra
Klimaanlage und wenn sie zu viert drin saßen und alle ihre Maschinen liefen war
es immer noch um einige Grade angenehmer als bei mir. Also beschäftigte ich
mich heute ein wenig mehr mit ihnen :-)
Auf meine Einkaufsliste wanderte: 1. ein Standventilator für das Büro, 2. ein
Kasten Wasser (mal kein Cola - bei diesem Wetter mußte ich über einfach über
meinen (viel zu großen) Schatten springen), vielleicht 3. eine elektrische
Kühlbox (kostete viel Geld so ein Teil).
Eins und zwei besorgte ich direkt nach der Arbeit, bei drei mußte ich erst noch
meinen Geiz überreden. Die Alternative hieße, wenn ich ein gekühltes Getränk
haben wollte, jedesmal in den vierten Stock zu laufen (am anderen Ende des
Gebäudes), weil auf unserer Etage keine Küche mit Kühlschrank stand. Nun, mal
sehen, wozu ich mich entschied, welche meiner Charaktereigenschaft obsiegte:
Faulheit oder Geiz.
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| 18.06.2002,
Di. |
Nochmals ausgeschlafen. Gut wars.
In der Firma baute ich gleich den Ventilator auf. Er brachte zwar Linderung aber
so richtig brachte es nur eine Klimaanlage. Naja.
Was sollte man von einem Bewerber halten, der sich zum DRITTEN Mal auf eine
Stelle bewarb, die ich ihm schon zwei Mal abgesagt hatte. Diesmal ging ich etwas
rüder vor und schrieb ihm zurück, daß er es bitte kein viertes Mal versuchen
soll.
Den halben Tag arbeitete ich an einem Netzplan für einen neuen Aufbau unserer
Infrastruktur. Genug Netzwerkhardware hatte ich (entgegen heftigen
Unterstellungen aus meinem Team), aber irgendwas war mit den IP-Adressen nicht
in Ordnung. Ein bestimmtes Netz konnte nicht eindeutig geroutet werden. Es gab
vor und hinter einem Router IP-Adressen aus diesem Bereich. Da hatte jemand
geschlampt. Und ausgerechnet diese Adressen waren fast unmöglich zu ändern, da
sie (ausgerechnet DIE!) in irgendwelche Nameserver eingetragen waren. Mal sehen,
was der Profi dazu sagen konnte... morgen.
Im Fernsehen lief gerade der gute, alte Film "Wargames", bei dem mit
nostalgischem Gefühl ein Computer den Menschen beibringt, daß ein Nuklearkrieg
nicht zu gewinnen ist. Was ein idealistischer Kram. Ob indische oder
pakistanische Bergbauern verstanden, wie Abschreckung funktioniert?
Funktionierte Abschreckung auch, wenn niemand wußte, wie Atomwaffen wirken?
Interessantes Gedankenspiel...
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| 19.06.2002,
Mi. |
Außer, daß ich hechelnd im Büro saß (nicht nur in
meinem), passierte nicht so besonders viel. Nachdem ich die Geschichte mit den
IPs dargestellt hatte, wurde meine Vermutung bestätigt. Das ging so nicht. Doch
bevor alles zusammen krachte, war die Lösung auch schon gefunden und diese
machte mir sehr viel Freude. Alles wurde dadurch noch einfacher und sicherer und
besser zu warten und und und... Ich war richtig stolz darauf, daß ich mit
meinem Netzplan jeden Angriff verteidigen und jede Unklarheit beseitigen konnte.
Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, daß ich so etwas erstellen könnte,
dann hätte ich die Augen nach hinten gedreht und wäre durchgedreht. Aber
jetzt: war ja gar nicht so schwer...
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| 20.06.2002,
Do. |
Heute Nacht hatte es kurz geregnet und draußen war es etwas
kühler. Ok, nicht richtig kühl, aber ein wenig angenehmer. Trotzdem noch für
meine Begriffe zu warm, aber was solls. Mit dem Wassertrinken hatte ich mich
mittlerweile angefreundet (nur zum Mittagessen mußte es eine Cola sein).
Auf der Arbeit bekam ich heute eine schlechte Nachricht. Die Zukunft würde
nicht so ausfallen, wie ich das für mich geplant hatte. Streng genommen hatte
ich es erwartet, obwohl ich klar die besseren Argumente hatte. Konkreter werde
ich nicht. Jedenfalls würde ich mir noch den einen oder anderen intensiven
Gedanken machen...
Eigentlich wollte ich es vermeiden, auch zuhause Wasser zu trinken. Aber ich
dachte mir: sei's drum. Aber so richtig geschmacklos wollte ich es dann doch
nicht haben und mischte französischen Grenadine darunter. Die Abgrenzung
"französisch" macht schon Sinn, weil er in Frankreich gekauft wurde.
In Deutschland gab es auch Grenadine zu kaufen, aber der Grenadinensirup in
Deutschland stammt vom Granatapfel und war nicht das, was ich meinte. Die ersten
drei Ingredienzien von französischem Grenadine sind: "sirup de
glucose", "sirup de fructose", "sirup de sucre" und
erst an vierter Stelle kommt "eau". Also drei verschiedene
Zuckersorten und Wasser. Und dann erst irgendwelche Extrakte von roten
Früchten. Machte auch irgendwie glücklich, aber die Verarbeitung des heutigen
Tages wird wohl noch einige Zeit dauern. Grrrr.
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| 21.06.2002,
Fr. |
Ein Vorsatz hatte ich grad' schon wieder vergessen. Ich
wollte mich endlich zu 100% an das wöchentlich + vertraglich vereinbarte
Arbeitspensum halten. Als ich meine stille Abrechnung (deswegen still: im Haus
gab es keine Zeiterfassung, was zwar auf der einen Seite gut für Verpisser war,
aber auch der Firma kein schlechtes Gewissen bereitete, wenn jemand länger
arbeitete).
Nun, ich war seit letzten Oktober so frei, mir im halbstündigen Rhythmus
aufzuschreiben, was ich gerade getan hatte. So hatte ich die Übersicht, mit was
ich mich wann beschäftigt hatte, kategorisiert nach meinen Projekten.
Und das Ding sagte mir, daß ich zu lange arbeiten würde. Und ich hatte mir
gestern schon vorgenommen, genau richtig lange zu arbeiten. Das würde Verzicht
auf bestimmte Projekte bedeuten, aber was soll es? Ich konnte diese Zeit besser
verwenden. Ich hatte etwas vor und da kämen mir die (mindestens) acht
zusätzlich verfügbaren Stunden pro Woche gerade recht...
Nun, um zum Anfang zu kommen: in dieser Woche waren sie noch drin. Aber nächste
Woche würde besser geplant sein.
Es war immer noch heiß draußen. Aber nicht mehr so heiß, daß ich den
Ventilator brauchte. Außerdem hatte ich entdeckt, daß es auch in meinem
Stockwerk einen Kühlschrank gab - in nur 10 Meter Entfernung zu meinem Büro.
Ideal... Trotzdem: ich war und bin der "bis-22-Grad-ist-OK"-Typ. Und
alles, was darüber lag, war Stress.
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| 22.06.2002,
Sa. |
Um 05:00 Uhr wurde ich zum ersten Mal wach. Ich schaute auf
den Wecker und drehte mich gerade wieder um. Um 08:30 nochmals, allerdings
öffnete ich das Fenster, zog die Rollläden gerade so hoch, daß frische Luft
hereinkam und legte mich wieder ins Bett. Um 11:30 dachte ich dann: das war voll
OK so. Ich stand auf. Aber ich bin immer noch ein elender Zeitverschwender und
so verbummelte ich meine kostbare Zeit auf der Couch und vor dem PC. Lustlos und
rastlos zugleich. Um 14:00 Uhr fuhr ich dann in den real, um diverse
Kleinigkeiten einzukaufen. Nichts spektakuläres: Nutella, echten Kakao,
Sonnenblumenöl, Joghurt, Mottenvernichtungsmittel. Motten? Ja. Ich hatte in der
letzten Woche zwei von diesen Biester in meiner Wohnung gefunden. Nach beiden
geklatscht und nur eine erwischt. Da ich diese Viecher einfach eklig fand
(insbesondere im Zusammenhang mit Lebensmitteln) und um zu vermeiden, daß ich
irgendwo ein Nest hatte, wollte ich unbedingt dagegen vorgehen.
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| 23.06.2002,
So. |
Wo ein Wille ist, da ist auch ein Kochtopf. Und ich
übertrieb es. War ich so voll...
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