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- - - - D
i e s e W o c h e - - - - |
| 18.11.2002,
Mo. |
Ich fühlte mich krank. Irgendwie dumpf im Kopf - wie als ob
ich in einem Aquarium säße. Dazu ein permanenter, seltsamer Geschmack im Mund.
Ganz vergessen wollte ich auch nicht das allergische Jucken der Nase heute
Nacht.
Aber trotzdem ging ich zur Arbeit - und später wieder nach Hause.
Lustlos, energielos. Als ich über gestern nachdachte (der Umbau), da fiel mir
ein, daß ich mir die ganze Fummelei mit den vielen Rechnern und Monitoren
sparen konnte, indem ich mir einen geeigneten Umschalter zulegte - wenn es auch
schön war, auf zwei Monitoren gleichzeitig zu arbeiten. Aber die Dinger, die
richtig was brachten (>150MHz Videobandbreite), waren entsprechend teuer.
Mein Blick fiel auf einen Umschalter, den ich mir für billig Geld vor etlichen
Jahren gekauft hatte. Mechanisch, stammte aus 640x480 Zeiten.
Aber "Versuch macht kluch" und so stöpselte ich den Umschalter
zwischen zwei PCs und meinem TFT-Display. Naja. Bei 1280x1024 litten die Farben
sehr, aber es war alles noch relativ klar zu sehen, beim anderen PC mit 1024x768
waren die Farben ok, aber das Bild total "matschig". Aber es ging -
ich wollte eine bestimmte Software mal auf einem Rechner vollständig
installieren, mit allen Teilen. Schreck! Wie kam es, daß ich eine SuSE
vollständig installiert haben wollte, aber es war kein mysql installiert???
Seltsam. Auf der gemounteten SCSI-Platte hatte ich aber noch ein aktuelles
Archiv von mysql und so installierte ich das kurzerhand. Jetzt die Software. Es
gab keine Anleitung, wo die Installation aller Teile gesammelt behandelt wurde.
Also funktionierte sie auch nicht richtig. Der Apache-Handler meinte, er hätte
den falschen Port konfiguriert, der ODBC-Treiber meinte, der verwendete Account
hätte ungenügende Rechte zum Anlegen der Tabellen, die Developer-Version
meinte in einem Fall, daß es bei den Datensätzen nur ein vorwärts-Blättern
gibt und im anderen Fall zwar alles im Runtime-Client klappte, aber das
Webplugin gar nicht erst startete... och je. Und damit verbriet ich drei
Stunden. Zeitverschwendung.
Noch'n bißchen Buchhaltung gelesen und ich war wieder reif für das Bett.
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| 19.11.2002,
Di. |
An diesem Tag erhielt ich eine Nachricht, die ich eigentlich
erwartet hatte. Gut, daß das endlich geklärt war. Nicht gut war der Inhalt,
aber dazu irgendwann vielleicht mehr. Schon vorher hatte ich einen Termin beim Arzt abgesprochen - was aber nicht im
Zusammenhang stand.
Meeting folgte auf Meeting und ich fuhr dann früher nach
Hause und ich ging beim Arzt vorbei. Ja, gesund. Und doch nicht. Nächste Woche
einen neuen Allergietest.
Dann - weil ich sowieso im Schwalbacher Zentrum war - ging ich noch beim
Koreaner vorbei. Aber irgendwie schmeckte es nicht richtig, was aber wohl im
wesentlichen an mir lag (siehe gestern: "permanenter, seltsamer Geschmack
im Mund"). Nö. Keinen Bock.
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| 20.11.2002,
Mi. |
Die Auswirkungen der jetzigen Nachricht zeigten sich
eigentlich heute. Ich fühlte mich besser, weil ich eigentlich gut vorbereitet
war. Und beschloß, aufs Ganze zu gehen! Ansonsten würde das wohl nicht meine
beste Woche werden.
Ich ging etwas später auf die Arbeit als üblich und genehmigte mir davor noch
einen Haarschnitt.
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| 21.11.2002,
Do. |
Das Spiel war eröffnet. Und heute lief es wirklich gut. Ich
konnte nicht nur kurzfristig zu realisierende, erhebliche Einnahmen heranrollen
sehen, sondern auch tatsächliche Einnahmen in Form von längst überfälligen
Aktiengewinnen verbuchen. Meine (jetzt schon seit 4 Jahren) Lieblinge waren
wieder aktiv. Mir stand mittlerweile (auch auf der Arbeit) wieder ein
permanentes Grinsen im Gesicht. Ein gewisser Fatalismus und "da wird sich
wohl jemand etwas dabei gedacht haben" löste meinen permanenten
Widerspruchswillen ("DAS KÖNNEN DIE DOCH NICHT IM ERNST MEINEN") ab.
"Geh fott!" heißts im Saarland, "passt scho'" in
Bayern.
Derweil fing ich an, die Bücher, die ich von mir in der Firma liegen hatte
(immerhin laufende ZwoMeterFuffzig) wieder nach Hause zu schaffen und alle
möglichen Systeme und Projekte ausführlich zu dokumentieren, so daß auch ein
Dummer es verstehen konnte. Wurde langsam Zeit (daß auch die Dummen es
verstanden).
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| 22.11.2002,
Fr. |
Jetzt wußte ich auch, wo mein (altes) Auto verblieben war.
Irgendwo in der Tschechei. Jemand hatte sich gemeldet und nach dem Keycode für
mein Auto gefragt - richtig, den hatte ich ganz vergessen, mitzugeben, fiel mir
ein. Ich verabredete, daß er mir die Zulassung durchfaxt, damit ich sicher bin,
daß er ihn zu Recht bekam.
Auf der Arbeit hatte ich meinen Spaß. Aber erst, nachdem ich aus dem Auto
gestiegen war, denn auf dem Parkplatz des Firmengeländes hatte ich eine
Schrecksekunde zu erleben. Ich fuhr ohne mich sorgsam zu orientieren rückwärts
und plötzlich gab es einen heftigen Schlag. Oh je. Mein neues Auto. Wie
üblich. Ein Moment der Leichtsinnigkeit - das geschah mir immer dann, wenn ich
mich so fühlte, als ob mir nichts passieren konnte... ich führ dann in eine
Parkbucht und sah mir an, was ich angerichtet hatte und war überrascht - es war
nur etwas der hintere Stoßfänger zerkratzt und eine Leiste abgesprungen -
ansonsten war nichts zu sehen. Glück im Unglück: fünf Zentimeter weiter nach
rechts und es hätte mir den Auspuff nach vorne durchgeschoben. Ich drückte die
Leiste wieder herein und das war es dann (hoffentlich). Ich sollte mal wieder
durch eine Waschanlage fahren...
Da ich nun seit Dienstag genau wußte, wie (in der Firma) das
Worst-Case-Szenario wirklich aussah, ließ sich alles andere arrangieren. Ich
freute mich schon auf die Gesicher, wenn die große Verkündigung kam... ich
bastelte ein bißchen im Intranet herum und sorgte ansonsten dafür, daß ich
relativ frühzeitig wieder zu Hause war. Ich fühlte mich gut und überlegen,
die Fronten waren geklärt und ich war "empowered" genug, um das Beste
für mich herauszuschlagen - was unter Umständen sehr viel sein konnte.
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| 23.11.2002,
Sa. |
Beim besten Willen. Um 9:00 Uhr war ich vollkommen wach - was
anfangen so früh morgens an einem Samstag? Ich erledigte Dinge, die ich schon
seit zwei Wochen tun wollte: das Geschirr wieder einmal richtig wegspülen
(inklusive Töpfe), eine volle Waschmaschine wegwaschen, den Mülleimer leeren
sowie den gelben Sack wegbringen. Und dann frühstückte ich fürstlich, setzte
mich an den PC, suchte mir die Lottozahlen für heute Abend aus und fuhr
anschließend in den real. Das war ausnahmsweise mal wieder heftig Streß...
viel zuviele Leute waren unterwegs. Gut, ich wollte sowieso nicht viel haben
(Mit Obst hatte ich mich schon gestern in der Mittagspause eingedeckt), aber es
blieben noch genug frische Lebensmittel übrig, die Samstags gekauft werden
mußten. Und der Lottoschein und die F.A.Z. und der Geldautomat.
Wieder zu Hause wurde ich plötzlich müde, also legte ich mich wieder ins Bett.
Es war 15:00 Uhr. Ich hatte zwar schon heute Nacht interessant geträumt, aber
dies war mal wieder eine besonders interessante Interpretation des aktuellen
Geschehens und verriet mir ausnahmsweise relativ klar, was Sache war: ich suchte
ein neues Ziel, dem ich mich komplett unterwerfen wollte, ich wurde bedroht, ich
entdeckte, daß zwei Wirklichen parallel existierten, wobei die Bedrohung und
der bedrohungsfreie Raum je nach Gesichtspunkt austauschbar waren, daß das
"Böse" wahlfrei in harmloser und gefährlicher Gestalt einher kam.
Natürlich waren diese Punkte bereits Interpretationen - die Bilder wollte ich
ausnahmsweise aussparen, es wäre ausnahmsweise viel zuviel Mühe, alles im
Detail wiederzugeben. Obwohl - der Dialog mit dem Alten, der mir vorjammerte,
wie er für seine Familie die Flußmündung umbauen wollte, die eigentlich ihm
gehörte war schon ziemlich absurd. Insbesondere, weil diese Mündung eigentlich
aus mehreren verschiedenen Flußarmen in verschiedene Richtungen bestand.
Naja, 17:30 Uhr trieb es mich dann wieder aus dem Bett - viel gelernt.
Der Rest des Tages verschwand vor dem PC.
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| 24.11.2002,
So. |
Nachtrag zu gestern: nein, am Abend machte ich mir noch etwas
zu essen. Ich hatte extra Toastbrot und gekochten Schinken gekauft. Die
restlichen Zutaten waren schon vorhanden. Ich bevorzugte die Variation ohne
Spiegelei, aber mit etwas Frucht (in diesem Fall Erdbeer-Rhabarber-Marmelade) in
der Loch der Ananas.
Vier Scheiben Toastbrot mußten so nach einem heißen Date im Backofen daran
glauben. Dabei "fraß" (ich mußte es leider so sagen) ich etwas zu
schnell, was zu Brandblasen im Mund führte. Das Toastbrot und der Schinken
wurden nämlich sehr schnell kalt, wo sie mit der Außenluft in Berührung
kamen, während das Innere (die Ananas, die Marmelade und der Käse) noch eine
ganze Zeit lang heiß blieben. So unterschätzte ich es mehrere Male und Appetit
und Geschmack taten ihr übriges. So hatte ich also auf der linken Innenseite
der Wange (hinten) eine Brandblase und in der Nähe des Zahnfleisches. Na sowas.
Soviel zu gestern. Um 04:00 Uhr war ich im Bett.
Das Wort des Tages war eindeutig "Das
heißt, etwa 8.000 Deutsche könnten jedes Jahr den Bratkartoffel-Tod sterben"
in einem Beitrag zu Acrylamid in Lebensmitteln. Quelle: news
aktuell bzw. Sat.1.
Deerrrr Brrrratkarrrtoffffffeltooooood! Wundern wir uns nicht, wenn in Zukunft
bei McDonalds auf der Pommesschachtel aufgedruckt steht: "Pommes Frites
schaden der Gesundheit. Der Bundesgesundheitsminister." Und wir bekommen
die Pommes nur noch gegen Vorlage des Personalausweises, auf der Kirmes und in
Schwimmbädern werden Pommes auch nur noch in einem speziell gestalteten
Erwachsenenbereich verkauft.
Oder ein Totenschädel auf Kartoffelchips und Nachos.
(8= vorsicht krebserregend!
Und dabei war mir eigentlich total egal, was die Krebse erregt...
Um 15:30 ging ich dann in den Keller herunter und baute eines der am 19.10.2002
(was? so lange schon?) gekauften Kellerregale auf. Was ein Zeugs. Das Ding war
nicht stabil zu bekommen. Erst als die letzte Schraube richtig fest angezogen
war, da blieb das Regal halbwegs stehen - war aber alles andere als
verwindungsteif. Mit der geringsten Belastung würde das Regal einfach umkippen.
Was tun? Ich wollte es nicht an der Wand festdübeln. Zuviel Staub, zuviel
Lärm, zuviel, was wieder abzubauen war, wenn ich wieder umziehen wollte. Also
nahm ich kurzerhand ein paar Kabelbinder und band das Regal am Gitter fest, daß
die verschiedenen Kellerabteile voneinander abtrennte. Und interessanterweise
stand das Regal danach bombenfest. Ein bißchen Zeugs im Keller umsortiert und
ich war mit dem Projekt "PLATZ" wieder etwas weiter fortgeschritten.
Ein Regal hatte ich noch - aber keine Lust mehr für heute.
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