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i e s e W o c h e - - - - |
| 25.11.2002,
Mo. |
Trotz allem war ich heute irgendwie gut drauf. Ich war
fröhlich, gut gelaunt und als Krönung des Tages verkaufte ich wieder mal ein
paar Aktien. Auf Tageshöchststand. Ein paar hundert Euro mehr auf dem Konto
konnten nicht schaden, oder? Als ich am Abend nach Hause kam, erledigte ich ein
paar Sachen, die liegen geblieben waren. Rest vom Geschirr der letzten Woche
wegspülen und so Zeugs. Als ich auf dem Balkon prüfte, ob die Wäsche endlich
trocken war, stellte ich fest: klamm. Das hieß also: kalt und leicht feucht.
Spontan entschloß ich mich dazu, die Wäsche nach drinnen zu holen und direkt
wegzubügeln. Das Bügeln machte richtig Spaß - so seltsam das auch klingt.
Dadurch, daß die Wäsche latent feucht war, flutschte das mit dem Bügeln
optimal und ich brauchte noch nicht einmal die Dampffunktion des Bügeleisens.
Der Effekt danach: trocken und glatt gebügelt. Ergebnis optimal.
Anschließend stellte ich mich in die Küche und dachte: Hunger. Inspektion der
Schränke. Ergebnis: ich nahm eine Dose Thunfisch, Reis, Erbsen, Mörchen,
Zitronensaft, Koriander, Zwiebeln und noch ein paar Zutaten mehr und alles
landete schließlich in einem gemeinsamen Topf. Leider schmeckte es sehr gut und
leider hatte ich viel zuviel gekocht - ich wollte damit eigentlich zwei Tage
auskommen. Es hätte auch gereicht... aber ich konnte mich nicht von dem Topf
fernhalten - zum Schluß war er komplett leer. Leer. Leer. Und ich war voll.
Gut gelaunt las ich mich in 2.5 Stunden durch einen kompletten Lehrbrief (der
eigentlich für 20 Stunden Beschäftigung gedacht war), beendete ein Buch und
setzte ein anderes fort. Gute Nacht.
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| 26.11.2002,
Di. |
Ach hätte ich doch noch das gute Gefühl von gestern auf
heute herübergerettet. Der Thunfisch forderte seinen Tribut und das erste
Meeting am heutigen Arbeitstag sorgte dafür, daß ich mich fast den ganzen Tag
damit beschäftigte, in meinem Büro aufzuräumen. Die Nachricht war schlecht,
weit unter dem Optimum. Ich sagte nein und stellte auf stur. Wie konnte ich
nur... ich hatte es früher geahnt, aber nicht früher gehandelt. Ich war so
sauer, daß ich richtig gleichgültig war.
Der Frustfresser in mir sorgte dafür, daß ich heute abend eine Hühnerbrust
aus dem Gefrierfach holte und diese mit Spätzle, Champignonsauße und (wieder)
Erbsen und Möhrchen tief in meinem Inneren versenkte. Heute ließ ich aber
einen Rest für morgen übrig. Immerhin hatte ich ja die (äußerliche) Form zu
wahren. Oh Mann.
Ganz vergessen zu erzählen... am 21.11.2002 gab ich meine erste Einsendearbeit
zur Fernuni Hagen ab. Betriebliches Rechnungswesen, Buchhaltung. Natürlich auf
die letzte Minute, um 23:38 drückte ich auf abschicken. Und das war nicht nur
zeitlich knapp gewesen, denn heute lag schon die Antwort in der Post:
Gesamtbewertung 52%... ab 50% war die Arbeit bestanden. Einerseits Freude, auf
der anderen Seite natürlich Bedenken... hätte besser sein können. Aber für
den investierten Aufwand absolut minimalistisch... 60 Kursstunden waren
angesetzt, ich arbeitete den Kram in ungefähr 9 Stunden durch - plus insgesamt
3 Stunden für die Einsendearbeit. Also in rund einem Fünftel der angesetzten
Zeit. Ich wußte eigentlich nicht: war das jetzt gut oder schlecht? Bestanden
minimalst mit minimalem Zeitaufwand...
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| 27.11.2002,
Mi. |
Doktor um 08:45. Ich sollte endlich mal zum Allergietest, die
Ärztin und ich wollten wissen, wo man vielleicht etwas tun konnte. Irgendwie
grinste ich schon innerlich, weil ich wußte, worauf das hinauslaufen würde.
Wenigstens durfte ich danach wieder meine Medikamente holen, es hatte mich die
ganze Woche schon arg mit allergischen Reaktionen gebeutelt.
Jedenfalls begann die Sache damit, daß die Ärztin mich ins Sprechzimmer
setzte. Aber der Test hätte von einer Assistenzkraft durchgeführt werden
sollen, diese fand mich dann nicht im Wartezimmer und meinte schon, ich wäre
wieder gegangen. Jedenfalls wurde ich dann wieder "gefunden" und in
einen anderen Raum verfrachtet. Dann begann das Spielchen mit meinem Arm, das
ich zuletzt vor ungefähr 25 Jahren schon einmal mitgespielt hatte. 19 Stellen
wurden markiert, mit Flüssigkeiten beträufelt und anschließend angepiekst.
Dann saß ich 20 Minuten still da und las in meinem mitgebrachten Buch, während
der Arm anfing zu jucken. Pures Entsetzen im Gesicht der Ärztin, als die
Minuten verstrichen waren. Mein Arm war mit Pusteln bedeckt als ob ich die
Pocken hätte :-) Wenigstens war mal sicher, daß ich mir die Sachen nicht nur
einbildete. Überwiegend Gräser, dann Bäume. Federn und Hausstaub minimal
(gottseidank - stelle sich mal einer vor, ich müsste jetzt jede Woche
saubermachen). Der (Haupt-)Arzt meinte dann, bei so vielen Allergien in
Verbindung mit Asthma wollte er die Risiken bei einer Desensibilisierung nicht
eingehen. Ich solle aufschreiben, was ich essen würde und ob ich Beschwerden
hätte oder nicht um festzustellen, welche Nahrungsmittelallergien
möglicherweise zusätzlich vorlägen und dann würde man weitersehen.
Nun gut. Ich bekam noch eine lindernde Flüssigkeit auf dem Arm gesprüht und
das wars dann. Noch in der Apotheke vorbei, meine Medikamente besorgen, eine
Dosis davon eingeschmissen und nichts wie zur Arbeit...
... und wieder weg davon. Keine Statusänderung, eine Aufgabe schloß ich ab, am
Morgen gab es heftig Trouble, daß Nachrichten mehrere Male gesendet wurden
(aber die Ursache lag nicht in meinem Bereich).
In der Mittagspause rannte ich zum real und kaufte mir eine Packung Lachspastete
mit Seeteufel und ein Baguette zum Mittagessen, sowie für heute Abend eine
Packung Eierspätzle, um den Rest der Champignonsauce wegzuschaffen. So, und das
war dann schon alles für heute. Der Arm zeigte jetzt nach 16 Stunden immer noch
rote Reizungen und schmerzte beim bei Berührung leicht. Allergien - ich hasse
sie.
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| 28.11.2002,
Do. |
Ab zur Arbeit. Heute war Betriebsversammlung - nun ja. Von
der Veranstaltung Politik und Meinung abgezogen blieb nicht mehr so viel übrig.
Mit einer Ausnahme: man konnte sich ein Bild davon machen, wem man wohl am
ehesten glauben würde. Allerdings gab es einen bedauerlichen Umstand: keiner
der Redner (bis auf den Herrn von ver.di) hatte eine erkennbare rhetorische oder
sonstwie geartete kommunikative Ausbildung. Dies führte zu
"ungeschickten", im ungünstigsten Fall zu unnötigen
Mißverständnissen. Dinge schaukelten sich so auf und es gab eine kurze Phase,
in der man über Formulierungen und Zeitpunkte stritt, wobei man geschickt am
strittigen Punkt vorbeiredete.
Alles ging einmal zu Ende und so wanderten wir alle wieder zurück in die Firma.
Ein weiteres Meeting schloß sich an (auch eher eine Katastrophe), dann noch
eins und schließlich fuhr ich wieder nach Hause.
Es war also nichts passiert und am Abend aß ich eine dekant große Portion
Lachspastete mit Toast und Weißbrot. Vanitas!
Vor dem PC fing mein gepiekster Arm von gestern wieder an zu jucken, obwohl ich
alles gut abgewaschen hatte und die Stellen schmerzten leicht - sogar dort, wo
als Gegenprobe gestern reine Salzwasserlösung aufgetragen wurde. Morgen geht es
über das Wochenende ins Saarland...
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| 29.11.2002,
Fr. |
Das war heute ein kurzer Arbeitstag. Ich schaffte es
wirklich, schon um 15:01 im Auto zu sitzen und ins Saarland zu fahren. Aber das
Wetter... am Anfang war es ja noch recht angenehm, aber spätestens ab Wiesbaden
nieselte es, regnete es, war es diesig und so weiter. Dazu kam, daß manch
anderer Autofahrer heute besonders gefährlich fuhr - war etwa Vollmond heut'
Nacht? Es wurde rechts überholt, gedrängelt, nicht ausscheren gelassen und
getrödelt. Auf der Strecke sah ich insgesamt drei Unfälle - nicht wie sie
passierten, aber wie sie am Straßenrand standen, mit demolierten Autos und der
Polizei. Auf der A8 zwischen Neunkirchen und dem Autobahnkreuz Friedrichsthal
erwischte es mich beinahe. Auf der Überholspur lag kurz vor der Ausfahrt
Spiesen-Elversberg etwas rollenähnliches. Entweder es war wirklich leicht oder
ich konnte gut dran vorbei lenken - jedenfalls hatte ich Glück. Da ich sowieso
rausfuhr (ich mußte tanken), rief ich von der Tankstelle aus die Polizei. Aber
der (Super-) Benzinpreis erstaunte mich. Da lagen zwar zwei Tankstellen (Esso
und BP) genau gegenüber, aber beide hatten 103,9 Cent/Liter ausgewiesen. Ich
konnte mich erinnern, daß in Eschborn der Liter noch 100,9 Cent gekostet hatte.
Meine Eltern waren nicht zuhause, als ich ankam, also fuhr ich noch schnell nach
Saarlouis-Lisdorf ins McDonald und probierte die Weihnachtspute. Ganz ok, aber
das Stück "Putenfrikadelle" kam mir innen irgendwie matschig vor.
Ohne richtige Konsistenz. Ich kam an einer anderen Tankstelle vorbei und -
hoppalla - dort kostete das Super nur 97,9 Cent. Von wegen - Konkurrenz belebte
das Geschäft in Spiesen-Elversberg nicht! Es war nur einfacher, aufgrund der
räumlichen Nähe der Tankstellen für Kunden ungünstige Preisabsprachen zu
treffen, nicht wahr?
Da ich schon mal gerade in der Nähe war, fuhr ich beim Decathlon vorbei
(Laufbänder anschauen) und ging im Promarkt vorbei. Ich fuhr anschließend noch
in Saarlouis selbst vorbei, aber in der Stadt war irgendwie nichts los - also
ging es nach Ensdorf zurück.
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| 30.11.2002,
Sa. |
Ich führte Selbstgespräche bis tief in die Nacht und
schaffte es mit Mühe und Not, einzuschlafen. Wenigstens schaffte ich, ein paar
Entschlüsse zu fassen. Trotzdem war ich heute morgen schon um 10:00 Uhr wieder
aktiv und begann, zumindest den ersten Entschluß in die Tat umzusetzen. Mein
Ziel: ich brauchte ein neues Design. Für mich selbst. Als ich in die Stadt
fahren wollte, merkte ich, daß ich keine Jacke mit nach Ensdorf genommen hatte
(da ich direkt von der Arbeit kam, hatte ich einen normalen Anzug an - und da
brauchte ich keine separate Jacke). Was nun. Interessanterweise passte mir eine
Lederjacke von meinem Vater, also hatte ich wirklich gut abgenommen. In
Saarlouis bestätigte ich das bei C&A, indem ich einen Anzug Größe 28
anprobierte. Ja, das ging schon fast. War zwar eng, aber 29 würde schon richtig
gut passen. Ok, ordentliche Hemden fand ich dieses Mal auf meinem Streifzug
nicht.
Die nächste Station war der Augenoptiker. Ich wollte unbedingt eine neue
Brille. Das dauerte vielleicht, bis ich das für mich geeignete Modell
ausgesucht hatte! Aber wird alles dokumentiert, wenn es soweit ist. Jede
einzelne Veränderung.
So, die Brille war nicht billig. 469 Euro schon abzüglich des
Krankenkassensponsorings. Na was solls :-) Aber aufgrund des Preises wollten wir
doch schon mal die Augen überprüfen, ob man nicht eine andere Sehstärke
auswählen mußte. Hier gucken, vorlesen, ist das besser oder das, nächste
Reihe... irgendwann waren wir soweit, daß mir der Optiker sagte: "Ok, das
sieht ja richtig gut aus. Die nächste Reihe müssen Sie nicht lesen können,
das können kaum Leute mit guten Augen." Ich las Sie dann trotzdem vor und
der Optiker mußte selbst auf das Schild sehen, ob es stimmte, weil er diese
Reihe nicht auswendig kannte (im Gegensatz zu den anderen, die hörte er
wahrscheinlich 50 Mal am Tag), war anschließend verblüfft und ich durfte stolz
vernehmen, daß ich mit den neuen Gläsern eine Sehstärke von 110 Prozent
hätte. Wow. Ich probierte noch kurz einen Röntgenblick aber ... nein... das
konnte ich dann doch nicht.
Bei Bock & Seip am Großen Markt benutzte ich zum ersten Mal meinen
Studentenausweis. Ich kaufte eine SuSE 8.1 professionell zum Studentenpreis.
Ermäßigung 30 Euro, gut so. Bei der Autowäsche gab es keine Ermäßigung (man
konnte nicht alles haben). Das Super an der Shell kostete 98,9. Ich würde nie
mehr in Spiesen-Elversberg tanken fahren. Ich saugte noch schnell den Innenraum
aus. Auf dem Rückweg nach Ensdorf fuhr ich an der Tankstelle vom Globus vorbei:
95,9 Cent für einen Liter Super. Super.
Anschließend las ich zu Hause noch kurz Mail und traf mich dann mit meinem
persönlichen Berufsberater, um ein bißchen die Zukunft zu besprechen. War ganz
aufschlußreich - meine Beschlüsse wurden gefestigt. Am Montag wird es
noch mehr Infos für mich geben.
Danach aß ich zu Abend und überlegte, was ich tun könnte. Ich las mir im
Internet das Kinoprogramm durch. Huch? Was war denn das? Im Filmhaus lief "Robotic
Angel" (aka "Metropolis" - die Kritik in der imdb ist
Schrott!), ein japanischer Anime. Heute? Ja! Uhrzeit? 22:15. Ok, nichts wie
hin. (Und ich benutzte den Studentenausweis noch einmal! ERMÄSSIGUNG!)
Der Film stammt vom selben Animationsteam wie Akira, ist mit viel und
eindrucksvoller Computeranimationen angereichert (sehr gute Integration) und
beeindruckt durch furiose und ungewöhnliche Ansichten. Er fällt auf durch eine
gradlinige Storyline, vermeidet Kitsch und die Stereotypen, an denen die meisten
Anime nicht vorbei kommen. Das Ende ist kurz uns schmerzlos - im direkten
Vergleich zu Akira nahezu abrupt - und verzichtet auf übernatürliche
Erscheinungen. Alles Leid verursachen wir uns selbst könnte als "Moral von
der Geschicht" darüber stehen. Er ist zwar eher in einem amerikanischen
Retro-Look gezeichnet (1940er Comic Stil), aber trotzdem wesentlich moderner
anzuschauen als Akira. Hatte mir sehr gut gefallen.
Nun, dann war es plötzlich spät, ich kehrte noch einmal kurz beim
Bürgerkönig am Hauptbahnhof ein und fuhr anschließend wieder zurück nach
Ensdorf.
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| 01.12.2002,
So. |
Der typische Ensdorf-Sonntag. Aufstehen, Mittagessen, bei der
Großmutter vorbei, packen, Lebensmittelspenden einsammeln und ab auf die
Autobahn Richtung Frankfurt. Ich fuhr sehr schnell, dementsprechend früh war
ich dann zurück, packte alles wieder aus und setzte mich noch vor den PC.
Ende.
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