/dev/brain
Hinweis: diese Seite
wird demnächst überarbeitet, weil es eine sehr interessante Entwicklung in
dieser Sache gegeben hat. Sobald ich Zeit habe, mehr davon. Nachtrag: eher
nicht, das mit "sobald Zeit" ist rein illusorisch (Aber ganz unten ist
zumindest etwas angedeutet). Eher trashe ist die komplette Webseite.
Aufbau der Managementpotential-Analyse von Thomas
International Ltd.:
In 24 Zeilen befinden sich jeweils vier Eigenschaften, von denen man eine
auswählt, die am ehesten zutrifft und eine, die am wenigsten zutrifft.
Die auftretenden Eigenschaften sind (beispielsweise... -
Teile ausge-x-t, da die Wortzusammenstellung im Gesamten dem Urheberrecht
unterliegt und ich kein unzulässiges Großzitat auf die Seite nehmen möchte):
Es wurden dann noch mehr Seiten ausge-x-t, da man mir mit
juristischen Mitteln gedroht hat. Die Zeile des Beispiels unten habe ich aber
voll offen gelassen, sonst macht meine Kritik keinen Sinn mehr.
Zitat:
Thomas International Ltd. in UK betreibt gerade
mehrere Verfahren
gegen
ein Unternehmen in Deutschland wegen Verletzung der Urheberrechte.
Da es nicht besonders Sinn macht Sie, als quasi
Privatperson mit Ihrer
persönlichen
Meinung über uns, mit solchen Dingen zu beschäftigen, würde
ich Sie gerne ersuchen, die gesamte Seite:
http://www.peterkleemann.de/index.html
zu entfernen, denn bei einer Google Suche taucht
diese Seite immer
noch
auf.
Bitte bestätigen Sie mir sobald wie möglich, dass
Sie diese Seite
rasch
entfernen.
Na sowas, mich bitten, meine "
index.html " zu löschen ist ja doch etwas weit gegriffen... und
Meinungszensur erregt ohnehin meine Gegenwehr. Übrigens (heute: 02.04.2011) ist
diese Mail auch schon über ein Jahr alt. Google ist mein Freund (zumindest in
dieser Hinsicht) und so habe ich es mir gestattet, meine Keywords anzupassen.
Wer es noch nicht weiß: ich habe trotz vier Jahre und Null Pflege der Webseite
immer noch einen Schnitt von 1.000 Seitenabrufen pro Tag.
| sanft |
überredend |
XXXX |
XXXX |
| XXXX |
XXXX |
XXXX |
XXXX |
| XXXX |
XXXX |
treu |
XXXX |
| aufgeschlossen |
entgegenkommend |
XXXX |
XXXX |
| wohlwollend |
präzise |
XXXX |
XXXX |
| konkurrenzbetont |
XXXX |
glücklich |
harmonisch |
| kompliziert |
gehorsam |
unbesiegbar |
XXXX |
| mutig |
XXXX |
unterwürfig |
furchtsam |
| XXXX |
XXXX |
XXXX |
XXXX |
| abenteuerlich |
XXXX |
herzlich |
XXXX |
| redelustig |
XXXX |
konventionell |
entschlussfreudig |
| XXXX |
XXXX |
XXXX |
zufrieden |
| aggressiv |
Mittelpunkt der
Gesellschaft |
XXXX |
XXXX |
| vorsichtig |
entschlossen |
XXXX |
XXXX |
| nachgiebig |
eifrig |
XXXX |
XXXX |
| zuversichtlich |
verständnisvoll |
tolerant |
selbstbewusst |
| XXXX |
XXXX |
lebhaft |
ausdauernd |
| XXXX |
freundlich |
XXXX |
XXXX |
| respektvoll |
XXXX |
XXXX |
gefällig |
| XXXX |
anpassungsfähig |
XXXX |
leichtherzig |
| vertrauend |
XXXX |
positiv |
XXXX |
| XXXX |
XXXX |
energisch |
XXXX |
| XXXX |
genau |
XXXX |
zurückhaltend |
| ruhelos |
XXXX |
beliebt |
XXXX |
Wenn nun diese Liste abgearbeitet wurde (ein Zeitlimit von
5-10 Minuten wird gesetzt, damit man nicht soviel über die Liste und
Eigenschaften nachdenkt) wird sie ausgewertet.
Dabei sind an jedes Wort bestimmte Eigenschaften
geknüpft, z.B. "originell" hat folgende Ausprägungen: Kreativität,
Offenheit, Flexibilität. Da jedes der Beschreibungen somit mehrere
Bedeutungsebenen enthält, könnte (Achtung, Konjunktiv!) durch die vielen
Stichproben eine relativ feine Einstufung vorgenommen werden (ich weiß,
wie das funktioniert, ich habe so etwas ähnliches ja mal selbst
programmiert).
Leider gibt es dabei mehrere Unschärfen:
1) Jeder Probant verknüpft mit
den Eigenschaften etwas anderes, bedingt durch seine soziale Situation, die
Erziehung und Ausbildung, der Kenntnisstand der deutschen Sprache. Ich habe 5
Jahre Altgriechisch in der Schule gehabt, das ist fast so etwas wie ein
Rhetorik-Studium und es schärft den Sinn für Sprache. Je mehr also jemand
über deutsche Wörter weiß, desto schwieriger und unzutreffender wird der
Test. Im Umkehrschluß gibt es bestimmt auch Personen, die manche Worte
überhaupt nicht kennen.
Als Beispiel: "ergeben" - zwei
Deutungsmöglichkeiten.
a) im Sinne von "fatalistisch": wird schon
gut gehen, mal sehen, laissez faire.. das Verhalten in Situationen
b) im Sinne von "unterwürfig": demütig, hingebungsvoll, treu... das
Verhältnis zum Vorgesetzen
Man kann nun der Firma "treu ergeben" sein und
gerade deswegen sich ergebende (<- Wortspiel) Situationen nicht als gegeben
hinnehmen und dagegen angehen.
2) Dazu kommt noch eine zweite Komponente: der Zwang, sich
entscheiden zu müssen führt u.U. zu Zufallstippern.
Aufgrund der geringen Anzahl von Zeilen (24) gibt das schon einen Fehler von
über 4% bei einem Irrtum ("es gibt nicht 'richtig' oder 'falsch'"
gilt nur dann, wenn man auch wirklich das anklicken kann, was für einen
zutrifft. Zufallstipper können also troztdem falsch sein).
Bespiel:
Ich hatte eminente Schwierigkeiten mit folgender Zeile:
zuversichtlich, verständnisvoll, tolerant, selbstbewußt. Da es sich um
grundsätzlich unterschiedliche Ausprägungen und Eigenschaften handelt, kann
ich hier weder mit gutem Gewissen sagen, was mich eher beschreibt und was mich
weniger auszeichnet. Ich persönlich glaube, daß mich diese vier Attribute alle
gleichzeitig mit "trifft zu" beschreiben. Auf der anderen Seite
handelt es sich offensichtlich um eine wichtige und entscheidende Zeile. Ich
glaube, ein möglicher Fehler beeinflußt hier wesentlich mehr als 4%, nämlich
beide Tipper sind zufällig und beliebig ausgewählt. Hier kann es natürlich
Ausnahmen bei Leuten geben, die sich als "intolerant" auffassen -
abhängig wieder vom Kontext des Bearbeiters!
Neue Ergänzung:
Letztlich entspricht das Ergebnis dem Erstellen eines
Horoskopes. Ich durfte die Erstellung "meiner"
Management-Potenzial-Analyse auch einmal live erleben, dabei gab es für mich
keine großen Überraschungen. Mich wundert nur immer, dass mich jeder, der
diese Einstellungshilfsmittel einsetzt oder erstellt, von der
Wissenschaftlichkeit und Zuverlässigkeit genau seines Tests überzeugen möchte
- und jeder macht das plausibel, anhand seiner Erfahrungen und vergangener
Erfolge (gut, vergangene Mißerfolge breitet keiner aus, aber wie es schon die
Börsenanalysten machen: der Kurs steigt oder fällt, wenn er nicht gleich
bleibt).
Diese Art Hilfsmittel dienen zweierlei:
- Risikominimierung des Personalentscheiders: "ich
treffe ja nicht aus einem Bauchgefühl eine Entscheidung, ich folge der
Wissenschaftlichkeit!"
- Ablehnungserleichterung: "tut mir leid, aber Ihr
Test sagt: Sie sind ein anderer als wir brauchen"
Im Ergebnis also ein CYAS (cover your ass sheet) für
schwache Personaler, deren Gehalt aber irgendwie rechtfertigt werden muss. Mal
ehrlich meine Meinung? In so einer Firma wollte ich nicht arbeiten. Und einen
solchen Personaler möchte ich auch nicht einstellen.