Alle meine Autos
Im Dezember 1986 habe ich meinen Führerschein gemacht
(mit jeweils einem Durchfaller in Theorie und in Praxis - wirklich dumme, dumme
Fehler). Aber dafür war die zweite praktische Fahrprüfung eine Erfahrung, die
ich nicht missen möchte. Nachdem wir eine zeitlang gefahren sind, meinte
der Prüfer plötzlich "Hoppla, es sieht nach Regen aus. Wir haben doch
noch einen Motorradfahrer im Anschluß, fahren wir doch schnell zur
Prüfungsstelle zurück, damit der seine Prüfung machen kann, bevor es stark zu
regnen beginnt." Mein Fahrlehrer und der Prüfer meinten dann, ich solle so
schnell wie möglich zurückfahren. Was ich auch bin. Spuren gewechselt, kess um
Kurven gefahren, irgendwie völlig frei, da ich einfach nicht mehr auf den
Prüfer achten musste. Dann hat es zu regnen begonnen, als der Motorradfahrer
dran war (ich musste warten, da mein Teil noch nicht völlig abgeschlossen war).
Sobald der Motorradfahrer fertig war (da hörte es übrigens auf zu regnen),
setzten wir die Prüfung fort und ich fuhr genauso wie vor der Pause. Ich
bekam meinen Führerschein und wurde vom Prüfer gelobt, er hätte selten einen
so sicheren Fahrer während der Prüfung gehabt <grins>.
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Das war zwar nie mein Auto, sondern das meiner Eltern,
aber es war das erste Auto, das ich gefahren bin... und das mich zum ersten Mal
so richtig pleite gemacht hat. Das Bild war ein Foto für die Versicherung um
die komplett reparierte rechte Flanke zu zeigen. Ich war aber nicht beteiligt!
Im Sommer 1987 sind meine Eltern mit einem geliehenen
Caravan weg und ich durfte dieses Auto für 14 Tage ganz alleine fahren
(selbstverständlich mit der Auflage, meine Oma und meine Geschwister auf Wunsch
durch die Gegend zu fahren). Da zudem der Auspuff etwas defekt war, hat dieser 2
Liter Ford Granada auch noch einen angenehmen Sound gehabt. Faszinierend waren
die zwei Lämpchen unter dem Tachometer: aus, Gelb oder Rot gingen je nach
Verbrauch an - ein Econometer. Eine ziemlich unglückliche Kombination, denn ich
fand, daß "rot" eine angenehme Farbe ist und die Morhaube des
Granadas hat eine Art künstlichen Horizont abgegeben, wenn man hinter dem
Steuer saß.
Also lag der Verbrauch schlußendlich irgendwo zwischen 16
und 20 Liter auf 100 km und ich mußte an die Tankstelle. Da habe ich zum ersten
Mal über ein Auto geheult. Über 100 DM für einmal tanken, das konnte doch
nicht sein (bedenke: damals war das Benzin ungefähr DM 1,20 / l). Als ich gegen
Ende der 14 tägigen Freiheitsphase dann nochmals tanken mußte, war es vorbei.
Ich war pleite, aber richtig. Keine Kaffeestückchen und kein Kakao auf dem
Schulhof. Qual.
Mein erstes eigenes Auto (sponsored by Oma), war ein
Peugeot 305 mit 60 ps, 1.3 Liter Hubraum, 1982 Baujahr, 83er Modellreihe,
bordauxrot und ich bekam ihn Anfang 1988. Damals war ich bei der
Bundeswehr in Merzig und ich habe dort einige Nächte in der Woche übernachtet.
Äußerst langweilig, da alle über Nacht zuhause schliefen. Ich besorgte mir
eine Mitfahrgelegenheit, die aber äußerst unzuverlässig arbeitete (obwohl ich
ihm Geld gab). Also mußte ein Auto her.
Mit diesem Peugeot hatte ich viel Spaß und ich habe auch
sehr viel selbst an ihm herumgeschraubt. Vom Wehrsold war halt keine Werkstatt
drin. Höhepunkt war das Wechseln eines O-Ringes irgendwo im Motor. Ich hätte
mir das nicht zugetraut, aber es reichte tatsächlich eine telefonische
Beschreibung eines Mechanikers aus unserem Instandsetzungszug.
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Dieses Auto hatte Mitte 1990 einen Unfall, als ein
älterer Herr an einer Kreuzung links abbog, an der ich ebenfalls nach links
abbiegen wollte (von rechts kommen). Offensichtlich hat er nicht gesehen, daß
ich noch nicht vorbei war und so hat ein Mercedes meinen lieben Peugeot am hinteren
linken Radkasten erwischt (und mich hat es durch den heftigen Anprall an der
Halswirbelsäule erwischt). Ich war nicht schuld. Ich ließ das Rad richten und
habe die Beule selbst repariert. Trotzdem war es nicht wieder so wie vorher,
deswegen habe ich mir ein neues Auto bestellt.
Ein halbes Jehr später las ich dann in der Saarbrücker Zeitung die
Todesanzeige meines Unfallgegners. Das hatte aber nichts mit dem Unfall zu tun,
aber mir war trotzdem ganz schön mulmig.
Mit dem Geld von der Versicherung Ende 1990 (grausamer
Schriftwechsel), diversen Einnahmen von Abi Spezial (1989, 1990) und einem
kleinen Kredit konnte ich mir ein komplett neues Auto leisten. Ford Escort CLX
1.3, 75 PS, schwarz. Ich war so stolz auf dieses Auto und am meisten mochte ich
die Wochen, in der ich in unserer Fahrgemeinschaft zur Universität fuhr (naja,
die zwei Fiestas der Söhne von Werksangehörigen mit Baujahr 197x waren nicht
wirklich ein Vergleich - insbesondere die originellen Gerüche im Winter aus der
Heizung).
Richtig Kilometer kamen auf den Tacho, als ich dann 1994
beim Shop 64 anfing. Täglich 120 km. Und -wie sollte es anders sein- kam das
Unglück Anfang 1995. Am Sonntag, 8. Januar 1995 fuhr ich zu einem guten
Mailbox-Bekannten nach Bonn-Beuel, um ihm einen neuen PC einzurichten. Freie
Strecke, alles trocken.
Nachdem wir aber mit dem PC fertig waren, ich noch eine Mahlzeit bekam und
wieder nach draußen ging, um nach Hause zu fahren (schließlich mußte ich am
nächsten Morgen um 9:00 Uhr wieder im Geschäft sein), da war die Überraschung
groß. Es hatte geregnet und die Boden/Lufttemparatur betrug ungefähr -5 Grad.
Alles war von einer dicken Eisschicht überzogen und darüber schneite es.
Damals machte ich mir keine Gedanken über die
Alternativen, kratzte mein Auto frei und fuhr nach Hause. Ich bin wirklich
vorsichtig und langsam gefahren, aber auf Höhe Trier-Longwich hat es mich dann
doch an der Leitplanke zerbröselt. Irgendwas, ich vermute ein abgefallener
Eisklotz vom Radkasten eines LKWs hat meinem Auto einen seitlichen Ruck
beigebracht, woraufhin ich zu kreiseln begann und schließlich mit der Front in
die Mittelleitplanke geriet. Ich habe es noch bis auf den Standstreifen
geschafft, dann habe ich mir das Desaster angesehen. Die komplette Front
eingedrückt, ich selbst hatte mal wieder Glück gehabt (und kein anderer hat
Schaden genommen). Polizei, Abschleppwagen. Übernachtet in einem Hotel (haha.
Ich schalte den Fernseher ein und im ersten Film, den ich sehe, fährt jemand mit dem Auto gegen einen Baum), am nächsten Morgen mit dem
Bus nach Trier, dort mit dem Zug nach Hause. Ich fühlte mich soooo elend - und
war natürlich schuld. "Wenn Sie Ihre Geschwindigkeit der Witterung
angepaßt hätten, dann hätten Sie ja wohl keinen Unfall gehabt", hat der
Polizist gesagt. Tolle Argumentation. Still und heimlich habe ich eine
unhörbare Beleidigung formuliert.
Das Auto (bzw. den Rest) habe ich dann verkauft.
Wahrscheinlich wurde der Fahrzeugbrief und die Seriennummer in Polen irgendwo
recycled. Geld von der Versicherung, nochmals einen Kredit (der alte war gerade
einen Monat abbezahlt, verdammt) und nochmals ein neues Auto bestellt. Diese
Wahl war absolut emotional. Ich gehe zu meinem Ford-Händler und sehe die
Abbildung eines Armaturenbrettes im Ausstellungsraum an der Wand. Ich sah die
Uhr darin. Ich wollte genau das Auto, das so eine Uhr hat. Und da waren
die Hemmungen, was ich an Sonderausstattung wollte, schon verschwunden.
Das war er. Januar 1995 bestellt, August 1995 geliefert.
Ford Escort Ghia, 1.8 Liter, 16V, 105 PS (hat aber mehr <grins>), mit
Colorverglasung, beheizbare Frontscheibe, RS Sportpaket (Frontspoiler,
Heckspoiler, Heckschürze, Seitenschweller, 16" Leichtmetallfelgen 195er,
Sportfahrwerk), elektrisch hier, elektrisch da, das integriert, dies
integriert.
Scheiße, für das Geld hätte ich einen BMW 316i
bekommen. Der hätte aber noch nicht einmal Servo-Lenkung gehabt. Das Auto fuhr ich
bis 13.07.2002 und bis zum Kilometerstand
144.315. Ursprünglich stand an dieser Stelle mal "Eigentlich ist er reif fürs Gnadenbrot".
Mittlerweile dürfte er aber irgendwie "wiedergeboren" sein - ich
wünsche es mir. Für ihn bekam ich von der Versicherung ungefähr 3.400 Euro
und für den Verkauf des Restschrottes noch 600 Euro, was aber für mich
irgendwie kein Ausgleich für den Verlust darstellte.
Nachtrag: ich hatte ganz vergessen, daß ich
während der Wartezeit vor dem roten Ford ein "Zwischenauto" hatte. Da
ich durch die Gegend fahren mußte, kaufte ich einen alten (ekligen) Ford Sierra und
gab ihn im August dem Händler wieder zurück. Da ich aber aus
Kostengründen (der 2 l Fordmotor schluckte eine ganze Menge!) häufiger mit dem
Citroen aus der Firma herumgefahren war, war mir das wirklich entfallen. Ich
wußte noch nicht einmal mehr die Autonummer. Aber ich fand den Kontoauszug, mit dem mir zuviel gezahlte KFZ-Steuer zurücküberwiesen wurde. SLS C
3130. Jetzt erinnerte ich mich wieder.
So,
und das ist dann mein neuer. Ein Ford Focus (Futura), 1.8l mit viel unnötigen,
zusätzlichen Schnick-Schnack: Cosmic-Metallic, Komfort-Paket, RCD 6000 (und
dabe besitze ich noch nicht einmal eine CD), Sitzheizung (wie dekadent),
Frontscheibe beheizt (+Seitenscheiben +Scheibenwaschanlage), Klimaautomatic,
Bordcomputer (mit sagenhaften 6 Funktionen!). Zusätzlich habe ich mir eine
verchromte Auspuffblende und 16" Räder aufmontieren lassen (wider Erwarten
mit normalen "Ballonreifen", nicht Niederquerschnitt wie beim Escort)
, damit er wenigstens ein bißchen nach etwas aussah. Ich bin absolut nicht so
zufrieden mit diesem Auto wie mit meinem Escort vorher. Das finde ich schade.
Aber es ist halt ein neues Auto, ich brauchte es schnell und beim jetzigen Stand
der Dinge möchte ich es ebenso schnell wieder los werden. Dazu muß es aber
erst ein Auto geben, daß ich wirklich haben möchte...
Nachdem ich von vwd weg war und bei fachbuch mediasales
angefangen hatte, bekam ich schließlich auch einen Dienstwagen. Einen VW Golf
Variant TDI mit 130 PS. Das Auto machte relativ viel Spaß, doch leider wurde es
mir in der tschechischen Republik in Prag
am helllichten Tag gestohlen. Bild muß ich suchen, vielleicht finde ich ja noch
was.
Dazwischen hatte ich meinen Ford Fokus behalten, obwohl
ich ihn ernstlich verkaufen wollte. Aber ich bekam nicht das Geld, das ich gerne
dafür haben wollte. Also behielt ich ihn (und war im Moment, als das andere
Auto weg war, relativ glücklich, daß er noch da war). Ich baute einen
kleinen Glätteunfall, der mir etwas Blechschaden verursachte.
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